Die Vorkosterinnen
Mit Die Vorkosterinnen liefert Soldini nun ein Historiendrama, das im Herbst 1943 und somit in der Endphase des Zweiten Weltkrieges angesiedelt ist. Die Inszenierung verfügt über reichlich Spannung, doch auch hier geht es dem Regisseur nicht darum, das große Ganze zu erfassen und ein Höchstmaß an Dramatik zu erzeugen, sondern sich auf den Blick der Figuren zu konzentrieren.
Die Autorin schildert darin einen Ausschnitt des Lebens von Margot Woelk (1917-2014), die nach eigener Aussage zu einer Gruppe von 15 jungen Frauen gehört haben soll, die Adolf Hitlers Nahrung in der Wolfsschanze auf Toxine testen musste.
Zu Beginn des Films sehen wir, wie Rosa Sauer vom bombardierten Berlin ins ländliche Ostpreußen zu ihren Schwiegereltern flüchtet. Ihr Ehemann gilt als vermisst. In der Nähe des Dorfes befindet sich die Wolfsschanze – ein militärisches Lagezentrum des Führungsstabes der deutschen Wehrmacht. Dorthin wird Rosa gegen ihren Willen von SS-Männern gebracht, um gemeinsam mit weiteren jungen Frauen die Mahlzeiten zu verkosten, die Hitler serviert werden – um mögliche Giftanschläge auf den Diktator zu verhindern. Die Situation spitzt sich zu, als im Sommer 1944 das Attentat von Stauffenberg auf Hitler fehlschlägt.
Hintergrund
Der Film basiert auf einer wahren Geschichte und beleuchtet das Leben von Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs als „Vorkosterinnen“ im Dienst des Faschismus arbeiten mussten. Der Film fokussiert sich gänzlich auf die weibliche Perspektive. Wir sehen, wie Rosa um ihren Gatten trauert. Wir beobachten die Dynamiken innerhalb der Frauengruppe, die sich aus sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten mit individuellen Hintergründen und Überzeugungen zusammensetzt. Der Film überzeugt durch seine präzise Figurenbetrachtung.Italien, Belgien, Schweiz (2025) 120 Minuten FSK 12 Regie : Silvio Soldini
Darsteller: Elisa Schlott, Max Riemelt, Alma Hasun, Emma Falck, Olga von Luckwald
Einlass: 18:30