Sonntag, 24.05.2026
um 17:00 Uhr




„Ein jeder hat seine Leiche im Keller... du auch?“

Im Winter 1988 erfinden zwei Student:innen der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch auf einer Premierenfeier am bat-Studiotheater in der Belforter Strasse den Song „Die Leiche im Keller”. Mit der frechen Respektlosigkeit der Jugend und einer gehörigen Portion Talent schrieben sie sich den Frust über ein System von der Seele und ahnten nicht, welch zeitloser Wurf ihnen damit gelungen ist. Eine daraus entstehende studentische Songoper wird im Frühjahr 1989 in Schöneweide zunächst nur intern, im Januar 1990 dann erstmals öffentlich im Kino Babylon und ab Sommer 1990 am Deutschen Theater gespielt.

Die im Theater im Delphi nun gezeigte Fernsehaufzeichnung Der süße Duft kommt nicht von Rosen, genannt Leichenoper entstand als eine der letzten Produktionen des DDR-Fernsehens und wurde am 8. Oktober 1990 – drei Tage nach Inkrafttreten des Einigungsvertrags – ausgestrahlt. Ein Zeitdokument der Wende.

Die Geschichte des Ehepaars Rohmayer, das eines Morgens die Leiche des Bürgermeisters in seinem Schlafzimmer vorfindet, wurde zur Satire auf Macht, Moral und die Verlockungen des Opportunismus. Mit Humor und subversiven Songs stellten Daniel Morgenroth (Text), Christoph Schambach (Musik) und Peter Dehler (Regie) die Frage: Wie weit geht ein Mensch, um seinen Machthunger zu stillen?

Filmvorführung und anschließend Podiumsgespräch mit den Zeitzeugen Christoph Schambach (Komponist, Dirigent) und Thorsten Merten (Schauspieler, Hauptdarsteller im Film) sowie Expert:innen Johanna Stapelfeldt (Kulturwissenschaftlerin) und Matthias Brenner (Schauspieler, Regisseur)

Einlass: 16:00

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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