Maulbronner Kammerchor
Verwandlung geschieht oft leise. Sie beginnt dort, wo wir bereit sind, anders zu hören, anders zu denken. »Siehe, ich mache alles neu«, heißt es in der Jahreslosung 2026 – ein Satz, der nicht vom
Bruch spricht, sondern von Hoffnung und Erneuerung. Genau diesem Gedanken folgt der Maulbronner Kammerchor in seinem A-cappella-Programm. Unter der Leitung von Benjamin Hartmann entfaltet sich
ein musikalischer Bogen, der Bekanntes und Neues miteinander ins Gespräch bringt. Josef Gabriel Rheinbergers Morgenlied, vielen als Inbegriff inniger, spätromantischer Chormusik
vertraut, wird dabei zum Ruhepol des Programms: eine Musik von Wärme und Zuversicht, die zeigt, wie Trost klingen kann. Am anderen Ende der Zeitachse steht Lodovico Grossi da Viadana, ein Komponist des frühen 17. Jahrhunderts, an der Schwelle von Renaissance und Barock. Seine klare, textnahe
Mehrstimmigkeit lässt bereits jene Ausdruckskraft ahnen, aus der spätere Klangwelten erwachsen.
Zeitgenössische Werke führen diesen Gedanken weiter. Z. Randall Stroopes The Conversion of Saul erzählt eindringlich von innerer Umkehr, Sven-David Sandströms Hear my Prayer verwandelt vertraute Texte in neue Klangfarben. Musik von Jaakko Mäntyjärvi und Cecilia McDowall öffnet schließlich
Räume zwischen Ernst und Leichtigkeit. »Magie der Verwandlung« ist eine Einladung zum Hören
ohne Berührungsangst: ein Konzert, das zeigt, wie neue Musik aus dem Vertrauten wächst – und wie Wandel als Chance erfahrbar wird