Donnerstag, 21.06.2018

Revue / Tanz
Marilyn
21.06.2018 in Hannover

Being Marilyn – ein Phänomen, das Jörg Mannes zutiefst interessiert. Er betrachtet es aus unserer Zeit heraus, in der ein erbitterter Kampf um das Wahrgenommen-Werden geführt wird. Heute gilt es, in einem Universum voller Selfies, den selbst geschaffenen Bildern gerecht zu werden. Der Monroe war das Mitte der 1950er Jahre perfekt gelungen. Doch ihr Image wurde zum Verhängnis, weil es ihr Leben determinierte und ihr eigentliches Selbst zum Verschwinden brachte. Hätte sie einen Wunsch frei, würde trotzdem manche Frau allzu gerne in Marilyns Rolle schlüpfen: Sexsymbol par excellence und Ikone des 20. Jahrhunderts.



 



Für alle Welt ist Marilyn Monroe die hinreißende, naive Blondine mit den aufregenden Maßen 93–58–91. Ihre Filme sind im kollektiven Gedächtnis verankert: der Thriller »Niagara« ebenso wie die Komödien »Blondinen bevorzugt«, »Wie angelt man sich einen Millionär?« oder »Das verflixte 7. Jahr«. Für »Manche mögen’s heiß« wurde sie als Beste Schauspielerin mit dem Golden Globe ausgezeichnet. Mit dem Drama »Misfits – Nicht gesellschaftsfähig« bekam sie endlich die Anerkennung als Charakterdarstellerin, die sie immer erhofft hatte. Ihre Hauptrolle, der Medienstar, war hart erarbeitet. Hin und her geschoben zwischen leiblicher Mutter, Pflegeeltern, Waisenhaus und einer verwitweten Tante, entwickelt sich die schüchterne Norma Jeane Mortenson – so ihr eigentlicher Name – zur Teenager-Schönheit. Als Arbeiterin einer Rüstungsfabrik wird sie für einen Pin-up-Kalender fotografiert und avanciert bald zum gefragten Fotomodell und Mannequin. Sie lässt ihr brünettes Kraushaar glätten und erblondet. Nach ersten kleinen Filmrollen nimmt sie Sprech-, Gesangs- und Tanzunterricht. Filmstudio-Bosse basteln gemeinsam mit der 22-Jährigen am Image der Marilyn Monroe, wie sie sich inzwischen nennt. Dazu gehören auch kleinere chirurgische Eingriffe und gebleichtes Haar. Nacktfotos sorgen für einen Skandal, und Marilyns Schlagfertigkeit bringt zusätzliche Publicity. Ihr komödiantisches Talent macht Furore, und ihre Beliebtheit steigt rasant. Doch darauf ruht sie sich keineswegs aus, sondern sie studiert »Methodacting« in Lee und Paula Strasbergs Actors Studio.



 



Hinter der Fassade des umjubelten Stars verbirgt sich eine Frau, von der die Welt wenig weiß. Insider schildern sie als belesen, kunstinteressiert, sozial und politisch engagiert. Aber das öffentliche Interesse gilt den drei Ehen und den Liebesbeziehungen der Monroe. Vor allem ihr Verhältnis zum US-Präsidenten John F. Kennedy und zu dessen Bruder Robert ist bis heute Gegenstand von Spekulationen – nicht zuletzt durch Marilyns legendären Auftritt mit »Happy Birthday, Mr President« zu Kennedys offizieller Geburtstagsfeier 1962 in New York. Drei Monate später findet man sie tot in ihrem Bett. Suizid oder Mord? Eine bis heute offene Frage.


Klassik-Konzert ab 20,00 €
Fumiaki Miura | 1. Preisträger JJV 2009
21.06.2018 in Hannover

Jubiläumskonzerte der Ersten Preisträgerinnen und Preisträger zum Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerb Hannover

Fumiaki Miura war mit 16 Jahren jüngster Erster Preisträger in der Geschichte des JJV. Davon ausgehend stand er bereits früh mit einigen der führenden Orchestern der Welt auf dem Konzertpodium, darunter das Japan Philharmonic, Prague Philharmonia, Warsaw Philharmonic, Sinfonieorchester Basel, NDR Elbphilharmonie Orchester, Orchestre de Chambre de Lausanne, SWR Sinfonieorchester und Hong Kong Sinfonietta. Er veröffentlichte mehrere CDs bei Sony Japan und Avex-classics. In Paris debütierte er erfolgreich mit Rezitalen im Louvre und im Théâtre des Champs-Élysées. Miura ist auf zahlreichen internationalen Musikfestivals zu Gast, darunter das Schleswig-Holstein Musik Festival, Musique de Menton und das Menuhin Festival Gstaad.

Robert Schumann (1810-1856): Drei Romanzen, op. 94
Franz Schubert (1797-1828): Trio B-Dur für Klavier, Violine und Violoncello, op. 99 (D 898)
Johan Halvorsen (1864-1935): Passacaglia nach einem Thema von Georg Friedrich Händel
Franz Schubert: Trio Es-Dur für Klavier, Violine und Violoncello, op. 100 (D 929)

Zum Joseph Joachim Violinwettbewerb findet die junge, internationale Geigenelite alle drei Jahre ihren Weg nach Hannover. Mit der 10. Ausgabe feiert die Stiftung Niedersachsen, Ausrichterin des Wettbewerbs, 2018 ein besonderes Jubiläum. Im Frühjahr des Wettbewerbsjahres kehren die bisherigen Ersten Preisträger an den Ort ihres wegweisenden Erfolges zurück.
Für die Geigerinnen und Geiger war die erfolgreiche Teilnahme am Joseph Joachim Violinwettbewerb ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer großen Karriere. Wer in Hannover mit seinem besonderen Talent, seiner Virtuosität und seiner künstlerischen Persönlichkeit überzeugen konnte, überzeugte danach auch in den wichtigen Konzerthallen der Welt. Mit den Jubiläumskonzerten wird Hannover zur Geigenhauptstadt und zeigt eindrücklich die künstlerischen Qualitäten seiner Preisträger. Dem künstlerischen Leiter, Prof. Krzysztof Wegrzyn, ist es wichtig, die ganze Vielfalt der Preisträger zu zeigen. Die internationalen Geigenstars besuchen Hannover daher mit ihren Wunschformationen. Das Publikum erlebt von März bis Juli einen Querschnitt der Weltspitze.

Freitag, 22.06.2018

Kabarett ab 21,90 €
Ben Everding - Wir müssen die Mühle unseres Vaters verkaufen
22.06.2018 in Hannover

Nach Tourneen durch Deutschland, Belgien, Luxemburg, Österreich

und die Schweiz, veröffentlichte Ben Everding unter obigem Titel

sein aktuelle szenisch-musikalische Cabaretlesung als Buch und CD

im Periplaneta Verlag Berlin. Als Stargäste: Die US- Blueslegende

Tav Falco und der Wiener Schriftsteller und Moderator Hermes Phettberg!

Für diese philologische Bestandsaufnahme wurden vermeintlich

vergessene Texte und Lieder ausgewählt, die alle eines gemeinsam haben:

Sie suggerieren, die Existenz eines alten Themas, welches der Tretmühle

der Kulturgesellschaft tragischerweise völlig aus dem Fokus geraten ist.

Das darf natürlich nicht sein!

Denn die "Mühle" habe einen überaus exaltierten Stellenwert in unserem

kulturellen Leben; ob als Windmühle, Zwickmühle oder Klapsmühle getarnt.

Mit allerlei Phantasterei und Allotria deklamiert Ben Everding unser

kulturelles Imkreisedrehen:

"Everding imitiert nach Lust und Laune mal die Charaktere, mal die Handlung,

[...] was zeigt, was für ein Multitalent Ben Everding selbst ist. Ein Geniestreich."

Bergedorfer Zeitung, Mai 2014

Zwischen Verehrung und Verhonepipelung oszillierend, zelebriert der

Sprachwandler und Imitator wie sich wohl Weltliteraten wie Goethe

und Brecht, oder kontemporäre Bestsellerautoren wie Francois LeLord,

diesem Thema angenommen haben.

"Bei dem Mann ist Schabernack ganz einfach Teil der Inszenierung.

Begleitet von einem Stoffhund am Mini-Flügel gibt Everding [...]

viel Dramatik zum Besten. Das Publikum kringelt sich vor Lachen."



Göttinger Tageblatt, September 2015

Den musikalischen Teil des Abends übernimmt der einzigartige

charmant-schrullige Pianist und Stoffhund Trutz Horn.

Seines Zeichens gleichzeitig grotesker und wahrer musikalischer

Virtuose. Stimmlich trianguliert mit Helmut Qualtinger und

Screamin´ Jay Hawkins, ist vor Everdings sardonisch-komödiantischer

Klamaukkunst niemand sicher.

Einlass 19 Uhr
andere ab 81,20 €
Mord im Paradies - Ein Dinner Krimi auf Hawai
22.06.2018 in Hannover

Ein paradiesischer DinnerKrimi
von Pia Thimon

Hier geht der Sommer nie vorbei – Willkommen auf Hawaii!
Das Paradies - ein Ort der Harmonie und des Wohlbefindens. Leider sind ja solche Orte auf Erden eher
selten.

Myrna Lakoonas „Hotel Paradise“ auf Hawaii war bis vor einigen Jahren eines dieser seltenen Refugien.
Zufluchtstätte für berühmte Paradiesvögel unterschiedlichster Gattung, Rückzugsraum für
hochdekorierte Wissenschaftler, hochdotierte Geschäftleute und hochbegabte Exemplare aus Kunst
und Kultur. Doch langsam verblasst der Glanz. Myrna möchte an den Ruhm vergangener Tage
anknüpfen und lädt Berühmtheiten aus aller Welt und Bekannte aus ihrer eigenen Zeit in Hollywood
ein. Ganz wohl ist ihr dabei allerdings nicht, schließlich kehrte sie dem infernalen Treiben der
Traumfabrik damals nicht ohne Grund den Rücken. Gespannt sieht sie dem Eintreffen ihrer
einstmaligen Kontrahentin und der mittlerweile alternden Diva Eve La Mar entgegen.

Wie erwartet bringt Eves Ankunft einiges durcheinander, doch auch die beiden ungleichen Geschwister
Longfoot, ein altägyptischer Armreif und die Karrierepläne von Myrnas Tochter Lililah sorgen für
höllischen Wirbel im „Paradise“.

Den anderen Jet-Set-Gästen des noblen Hotels entgeht der Trubel um die Neuankömmlinge nicht, aber
erst der vermeintliche Unfall eines Gastes trübt die Stimmung etwas. Da Mr. Magnum, der
Inseldetektiv und die gesamte Polizei Mauis im Einsatz sind darf niemand das Haus verlassen bis der
tragische Todesfall geklärt ist.

Einlass: 19:00 Uhr
Kunst & Kultur
Die Reise nach Reims
22.06.2018 in Hannover

in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

MUSIKALISCHE LEITUNG Benjamin Reiners
INSZENIERUNG Matthias Davids
BÜHNE Marina Hellmann
KOSTÜME Leo Kulaš

Die Erfolgsproduktion der Spielzeit 2009/10 kehrt auf den Spielplan zurück: Elf Personen aus ganz Europa sitzen fest in einem Hotel und kommen einfach nicht weg! Stattdessen pflegen sie ihre Spleens und Neurosen, wie etwa die schon in jungen Jahren verwitwete Gräfin von Folleville, die sich voll und ganz der Haute couture verschrieben hat und einen Nervenzusammenbruch erleidet, als sie erfahren muss, dass ihr gesamtes Gepäck mit all den darin befindlichen Designer-Modellen bei einem Verkehrsunfall vernichtet wurde. Die polnische Marquise Melibea hingegen, »Witwe eines italienischen Generals, der am Hochzeitstag bei einem feindlichen Überraschungsangriff starb«, hat mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: Sie wird sowohl von dem russischen General Graf von Libenskof als auch von dem spanischen Admiral Don Alvaro heftigst umworben. Stammen die beiden Herren im Hinblick auf ihre geographische Herkunft von zwei weit entfernten Polen des europäischen Kontinents, so sind sie doch in ihren geradezu pubertären Anfällen von Eifersucht kaum voneinander zu unterscheiden. Da äußert sich die zarte Leidenschaft des englischen Oberst Lord Sidney für die berühmte römische Improvisationskünstlerin Corinna wesentlich leiser, oder – um es genau zu sagen – gar nicht! Denn der arme Lord ist so schüchtern, dass er sich nicht ermannen kann, der Angebeteten seine Liebe zu gestehen. Der mit Corinna befreundete Literat und Wissenschaftler Don Profondo wiederum interessiert sich nicht für Frauen, sondern für absurde Antiquitäten – vom Schwert des sagenhaften keltischen Königs Fingal bis zur Ritterrüstung von König Arthus. Kein Kostverächter ist hingegen der französische Offizier Belfiore, der allen Frauen, besonders aber der modeversessenen Gräfin Folleville, den Hof macht.

Wem angesichts all dieser Absurditäten schon der Kopf schwirrt, den wird die rasante und quirlige Musik dazu vollends schwindlig machen. Denn was vom Handlungsaufbau her fast wie ein Stück von Beckett oder Ionesco wirkt, hat kein anderer als der Meister der Opera buffa, Gioacchino Rossini, in Noten gesetzt. Mit Il viaggio a Reims schrieb er seine letzte italienische Oper und schuf damit Krönung und Abschluss zugleich: Mit der Meisterschaft seines in 15 Jahren und über 30 Werken erworbenen Könnens zog Rossini in der ihm eigenen humorvollen Weise Bilanz, nicht zuletzt über die Gattung Oper an sich. Zugleich aber empfahl er sich damit für seinen neuen Wirkungsort Paris. Denn der Anlass der Uraufführung war ein ganz besonderer: die Krönung von Charles X. am 29. Mai 1825 in Reims! Genau dahin wollen denn auch die Protagonisten der Oper so dringend und doch erfolglos abreisen. Und indem Rossini die besonderen Umstände (und das dadurch zur Verfügung gestellte Budget) nutzte und die Villazons und Netrebkos seiner Zeit allesamt in einer Oper vereinte, schrieb er einmal mehr eine Oper über die Oper, in der sich die Wirklichkeit von Opernallüren und Diven- Gehabe auf ganz eigentümliche Weise mit der Fiktion der seltsam »gefangenen«, spleenigen Hotelgäste verwob.

Samstag, 23.06.2018