Frauenpower IV - Pflanzen, Tränklein, Apotheke - Weibliche Arzneikunde im Haus und am Hof
04.07.2026
/ 11:00 Uhr
Berlin
, Jagdschloss Grunewald
Auch vor 500 Jahren übernahmen meist die Frauen die Pflege der Kranken. Jede Ehefrau hatte eine Hausapotheke mit Rezepten bewährter Arzneien, die von den Müttern an die Töchter weitergegeben wurden – genauso wie die Küchengeräte. Studierte Ärzte überließen den praktischen Teil der Krankenbehandlung den Wundärzten und Badern. Wie auch der Henker hatten diese lange Zeit die besseren Kenntnisse in der Anatomie. Geburt und Wochenbett waren bis in das 18. Jahrhundert ausschließlich Frauensache.
Im 16. Jahrhundert befassten sich viele adlige Frauen mit Kräuterkunde und der Herstellung von Arznei. Die Tätigkeit wurde auch in der Gesellschaft geschätzt. Die Kurfürstin Katharina von Brandenburg (gest. 1602) begründete in der Tradition ihrer Mutter eine Apotheke, die im Berliner Schloss untergebracht war und die Armen kostenlos mit Arzneien versorgte.
Die Führung führt durch den Schlossgarten sowie ausgewählte Bereiche der Ausstellung im Schloss. Im Garten werden einzelne Heilkräuter vor Ort vorgestellt. Zum Abschluss der Führung können in der Alten Küche ausgewählte Kräuter probiert und ein Kräutertee selbst zusammengestellt werden.