Quelle: Reservix

Samstag, 04.07.2026
um 19:30 Uhr




Max Volbers, Blockflöte, Leitung
Il Pomo d’Oro

Schon mit 24 wurde Georg Philipp Telemann Hofkapellmeister bei Erdmann II. von Promnitz in Schlesien. Der Reichsgraf steckte den jungen Komponisten mit seiner Begeisterung für die zeitgenössische französische Musik an. Außerdem sog Georg Philipp in den Kneipen von Krakau und Pless die polnische und „hanakische“ Volksmusik aus Mähren in sich auf, war sie doch, wie es in seinen Memoiren heißt, „in ihrer wahren barbarischen Schönheit“ Inspiration pur für ihn: „Wenn man notieren wollte, was da alles gespielt wurde, dann hätte man nach einer Woche genug Ideen für den Rest seines Lebens.“ Telemann zehrte von „den genialen Einfällen“ seiner Kollegen in den Tavernen und mischte in seinen Kompositionen „Barbarisches“ mit französischer Noblesse, italienischer Virtuosität und Grandezza, deutscher Struktur und einem kräftigen Schuss Humor.

Genug Ideen für ein ganzes Leben findet Max Volbers heute in Telemanns mehr als 3.000 Werken. „Sein schier unerschöpfliches Oeuvre,“ so der charismatische Blockflötist, „gleicht einer Wunderkammer, gefüllt mit unzähligen musikalischen Kleinoden und Kuriositäten. Französischer Charme trifft auf den dramatischen Herzschmerz der italienischen Oper, polnische Volksmusik inspirierte Telemann ebenso wie Naturphänomene oder Stories, die man sich seinerzeit erzählte. Und immer wieder offenbart sich seine humorvolle, bisweilen komische Seite: wenn er Vögel zwitschern, einen Harlekin herumspringen, Don Quichotte gegen die Windmühlen reiten oder einen Hypochonder wehleidig jammern lässt.“

Aus „Telemanns Wunderkammer“ holen Max Volbers und Il Pomo d’Oro berühmte Meisterwerke und unbekanntere Schätze hervor, darunter auch, in kunstvollen Bearbeitungen, eine tragikomische Pasticcio-Suite und Melodien, die Telemann auf seinen Reisen aufschrieb. Max Volbers, Jungstar der Barockszene, u.a. 2023 als bester Nachwuchskünstler mit einem OPUS Klassik, 2021 beim Deutschen Musikwettbewerb, 2013 von der GWK ausgezeichnet, und das Barockensemble, das weltweit als eins der besten bejubelt wird, präsentieren „Wunderwerke“ des Barock – mit überbordender Energie und Spielfreude, Präzision, Eleganz und Opulenz.

Telemanns Wunderkammer
Georg Philipp Telemann (1681–1767):
Ouvertüre a-Moll für Blockflöte, Streicher und B. C.
Lamento (Largo). Aus: Sonata a quattro d-Moll, TWV 43:d2
Trio F-Dur für zwei Violinen und B.C., TWV 42:F2 („Corellisierende Sonate“ Nr. 1)
Sonata f-Moll für Blockflöte und B. C., TWV 41:f2
Chaconne. Modéré. Aus: Quator Nr. 6 e-Moll, Paris 1738
Telemann/arr. Max Volbers (*1994):
Suite tragi-comique G-Dur für Blockflöte, Streicher und B.C. (Pasticcio)
Hanakian Dance. Basierend auf: Fantasia Nr. 12 für Flöte solo, TWV 40:13, Presto
Telemann/Traditional/arr. Max Volbers:
Polish Dances. Auswahl aus: Rostock-Manuskript, TWV 45

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