Für die neuen Herren sind sie „moralisch verkommen“, die Frauen aus den Bars und Variétés der Hamburger Reeperbahn, von denen viele nichts haben außer ihrem Körper, den sie verkaufen können. Hedda lebt in diesem Milieu, als 1933 die Nazis an die Macht gelangen, sie hat es zur Tänzerin im „Alkazar“ gebracht und spürt nun, wie ihresgleichen unter Druck gerät. Ihr Geliebter wird erschlagen, Kolleginnen werden abgeholt, ins Heim gebracht, zwangssterilisiert. Doch Hedda gibt sich nicht geschlagen, sondern plant für sich und ihren kleinen Bruder die Flucht. Anja Kampmann rückt Schicksale ins Licht der Aufmerksamkeit, die bisher kaum beachtet wurden: das Leiden der widerständigen kleinen und armen Leute in der NS-Zeit. „Viele Orte und Figuren sind historisch verbürgt“, sagt die Autorin. Sie erzählt von den Nöten in einem Ton, der die Kritiker begeistert. „Ein Roman wie ein literarischer Seiltanz“, lobt der SWR. Für den Hanser-Verlag ist es „eine Geschichte weiblicher Selbstbehauptung in einer ganz und gar von Männern dominierten Zeit“.

Lesung und Gespräch

Foto: Maximilian Gödecke

Einlass: 16:00 Uhr

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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