Donnerstag, 29.04.2021
um 20:00 Uhr






Eine Filmregisseurin will den ultimativen Superhelden-Film „Made in Germany“ realisieren. Doch einige Crewmitglieder sind dem Rollendruck nicht gewachsen. Krisengeschüttelte Supermänner, freidrehendes Filmpersonal, ein kühnes Vorhaben und ein Schuss Raubtierromantik bieten Futter für eine abgründige Komödie.

„The Making Of“ ist eine garstige Satire auf Filmbusiness und Theaterthemen vom Kult um das Authentische bis hin zum Streit um Schauspielergagen, ein verzweifeltes Hohelied auf das Paradox der Schauspielerei und ein optimistischer Abgesang auf Rollenbilder, die niemand so recht erfüllen kann.

Die Autorin Nora Abdel-Maksoud wurde in München geboren, 2005 begann sie ihr Schauspiel-Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg. 2012 zeigte sie am Ballhaus Naunynstraße in Berlin ihre erste Regie- und Autorinnenarbeit, der weitere folgten. „The Making Of“ wurde 2017 am Berliner Maxim-Gorki-Theater uraufgeführt. Im gleichen Jahr erhielt Nora Abdel-Maksoud den Kurt-Hübner-Preis für Regie.

Mit Mirka Ritter, Fee Zweipfennig, Tomasso Tessitori, Thomas Kaschel | Inszenierung Sophie Killer | Bühne und Kostüme Sophia Spies | Mediadesign Camilo Sandoval | Musik Vasko Damjanov | Regieassistenz Lea Rump


Eventdaten bereitgestellt von: Kulturkurier

Das könnte auch interessant sein

DIE LAGE

Wer heute eine Bleibe sucht, muss sich vieles gefallen lassen. Ob in Köln, Dresden oder Berlin – die Wohnungsbesichtigung gerät zu einer erbarmungslosen Castingshow. Die Konkurrenz ist hart, die Nerven liegen blank, jeder kämpft gegen jeden. Attraktiv, erfolgreich, mit gut gefülltem Bankkonto und einem vorzeigbaren Partner versehen, so sehen sie aus, der Mieter und die Mieterin mit Chancen. Um ein WG-Zimmer, eine Dreizimmer-Altbauwohnung in einem angesagten Viertel oder gar das begehrte Loft über den Wolken zu ergattern, muss selbst Intimes preisgegeben werden. Familien, Alte oder Geringverdienende werden an den Rand gedrängt, weil sie sich die Stadtmitte nicht mehr leisten können.
 
„Die Miete ist die soziale Frage unserer Zeit“, heißt es einmal in Thomas Melles Stück, in dem es nicht nur um die ideale Lage einer Wohnung geht, sondern auch um den aktuellen Stand der Dinge. Melle hat eine vielstimmige Textpartitur komponiert: Maklerinnen und Journalisten, Durchschnittsverdiener, reiche Erbinnen und Wegsanierte treten auf dem Kriegsschauplatz des durchliberalisierten Wohnungsmarkts gegeneinander an. Je größer die Unsicherheit, wirtschaftlich wie politisch, desto mehr wird die eigene Wohnung zur Verheißung privaten Glücks, die mit allen Mitteln erkämpft werden muss. Rufe nach Enteignung werden laut, und von fernen Barrikaden weht Schlachtgetümmel herüber.
 
Thomas Melle, 1975 in Bonn geboren, lebt und arbeitet in Berlin. 2004 debütierte er mit „4 Millionen Türen“ (zusammen mit Martin Heckmanns) als Dramatiker. Seither hat er zahlreiche Theaterstücke und Romane geschrieben, die vielfach ausgezeichnet wurden. Am Freien Werkstatt Theater kommt „Die Lage“ als erste Neuinszenierung nach der Stuttgarter Uraufführung im September 2020 auf die Bühne.


Mit Anja Jazeschann, Mirjam Radovic, Michel Kopmann, Charles Ripley | Inszenierung Kay Link | Bühne und Kostüme Gesa Gröning | Regieassistenz Ruben Michael