Dienstag, 12.11.2019
um 19:30 Uhr

Rolf-Liebermann-Studio
Oberstraße 120
20149 Hamburg






Hanns-Josef Ortheil
liest aus seinem neuen Roman »Der von den Löwen träumte«

Hemingway in Venedig. Als Ernest Hemingway 1948 nach Venedig reist, ist er in einer schweren Krise. Starke Depressionen haben dazu geführt, dass er lange keinen Roman mehr veröffentlicht hat. In der Einsamkeit eines Landhauses in der Lagune versucht er, wieder zum Schreiben zu finden. Halt gibt ihm die Freundschaft zu einem jungen Fischer, der ihn auf der Entenjagd begleitet. Aber auch die Liebe zu einer achtzehnjährigen Venezianerin führt ihn ins Leben zurück. Langsam entsteht ein Venedig-Roman, während der junge Fischer die Atmosphären einer ganz anderen Geschichte wittert: die von einem alten Mann und seiner Liebe zum Meer … Ein Mythos der Literaturgeschichte, neu gesehen in Hanns-Josef Ortheils Roman »Der von den Löwen träumte« (Luchterhand).

Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und war Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den meistgelesenen deutschen Autoren der Gegenwart. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter den Thomas-Mann-Preis, den Nicolas-Born-Preis, den Stefan-Andres-Preis sowie den Hannelore-Greve-Literaturpreis. An diesem Abend wird er auch auf sein Buch »Wie ich Klavier spielen lernte« (Insel) zu sprechen kommen.

Moderation: Alexander Solloch

Eine gemeinsame Veranstaltung von Literaturhaus Hamburg und NDR Kultur

Einlass: 18:30 Uhr

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

weitere Termine

Dichter in Hamburg (4)
Dichter in Hamburg – Ein Detlev-von-Liliencron-Abend
Joachim Kalka und Joachim Kersten stellen den Hamburger Dichter und sein Werk vor

Die Reihe »Dichter in Hamburg« erinnert in loser Folge an Hamburger Autorinnen und Autoren.

Im Flachland der deutschen Lyrik zwischen Mörike und der Generation von Hofmannsthal, George, Rilke gibt es nur wenige wirklich originelle Erscheinungen. Zu diesen zählt der halbvergessene Detlev von Liliencron (1844–1909), ein bedeutender Dichter – als origineller Sprachexperimentator, als führender Praktiker dessen, was man den »literarischen Impressionismus« genannt hat, oder als Verfasser eines singulären Gedichts wie »Auf einem Bahnhofe«, in dem das zwanzigste Jahrhundert antizipiert wird wie nirgendwo anders.

»Es gibt in Deutschland einen Dichter, einen echten Dichter … dieser echte Dichter heißt Detlev von Liliencron«, schreibt im Jahre 1892 der achtzehnjährige Karl Kraus über den 48-jährigen Liliencron. Und Gottfried Benn erinnert sich in seinem Gedicht »IMPROMPTU « an eine Reise an den Rhein in seiner Jugend: »Damals war Liliencron mein Gott, ich schrieb ihm eine Ansichtskarte.«

Der Essayist und Übersetzer Joachim Kalka und der Jurist und Autor Joachim Kersten, die vor einiger Zeit bemerkten, dass sie die Liebe zu Liliencron gemeinsam haben, stellen diesen Dichter und sein Werk in Dokumenten aus seinem unruhigen Leben und in einer Auswahl seiner Lyrik vor.

Mit freundlicher Unterstützung der Elsbeth Weichmann Gesellschaft

Einlass: 18:30 Uhr
»Der Norden liest« – Prize Papers
»Der Norden liest: Prize Papers«
mit Dagmar Freist, Lina Beckmann und Julia Westlake

Piraten und Kaperfahrer sind ein vielfach reproduzierter Kino-Mythos und Stoff vieler abenteuerlicher Romane. Von Stevensons berühmter »Schatzinsel« über den mutigen Kapitän Hornblower C. S. Forresters bis hin zur zeitgnössischen Spielfilmreihe »Fluch der Karibik«, in all diesen populären Werken geht es um den Seekrieg und die Eroberung und Übernahme von feindlichen Schiffen, sogenannten »Prisen«. Dabei sind solche Geschichten von eroberten Schiffen und ihren Passagieren über Jahrhunderte harte Realität gewesen.

Von den wahren Lebensläufen der Menschen an Bord dieser Schiffe und ihren Besitztümern berichten die »Prize Papers«, Kisten voller Briefe und Dokumente, die bislang in britischen Marinearchiven schlummerten. Sie sind Zeugnisse einzigartiger Biographien aus längst untergegangenen Zeiten.

Eine internationale Forschungsgruppe unter der Leitung der Oldenburger Wissenschaftlerin Dagmar Freist öffnet nun diese Schatzkisten und stellt sie dem Publikum vor. Die Schauspielerin Lina Beckmann leiht den Vergessenen ihre Stimme. Mit den Violinen der Musikpreisträgerinnen und Spezialistinnen für Alte Musik María Carrasco Gil und Alice Vaz wird die Musik jener fernen Tage lebendig.

Moderation: Julia Westlake

Eine Veranstaltung der Reihe »Der Norden liest«, des »Kulturjournals«, NDR Fernsehen. Unter der Schirmherrschaft der Stiftung Lesen. In Kooperation mit NDR Kultur, dem Literaturhaus Hamburg und den Bücherhallen Hamburg.

Einlass: 18:30 Uhr
Lars Saabye Christensen
Nordische Literaturtage – Lars Saabye Christensen
stellt seinen Roman »Die Spuren der Stadt« vor

Den Auftakt der 17. Nordischen Literaturtage bildet »Norwegens literarischer Superstar« (»The Independent«) Lars Saabye Christensen, für seine Romane unter anderem ausge-zeichnet mit dem Brageprisen und dem Literaturpreis des Nordischen Rates.

»Die Spuren der Stadt« (btb; Übersetzung: Christel Hildebrandt) ist der erste Band einer neuen Trilogie. Der Roman spielt im Oslo der Nachkriegszeit. Auf berührende Weise erzählt er von den Sehnsüchten und Nöten der Bewohner, deren Schicksal unauslöschlich mit der Stadt und den Straßen, in denen sie leben, verwoben ist. »Niemand kann Oslo so schön beschreiben wie Lars Saabye Christensen« (»Dagbladet«). Er führt seine Leser durch die Straßen, die die Stadt zusammenhalten, beobachtet die Menschen, die in ihr leben: die Protagonisten Ewald, der für eine Werbeagentur das 900-jährige Jubiläum Oslos vorbereitet, und May, die sich beim Roten Kreuz engagiert, ihren Sohn Jesper, den Metzger, den Arzt, den freundlichen Pianisten aus Bristol … Was will uns das Rauschen der Stadt sagen? Welche Spuren hinterlässt sie in uns? Kennen wir die, die an der Straßenecke stehen, verzaubert von den Lichtern und Geräuschen der Stadt? Lauschen wir dieser Hommage an Oslo.

Moderation: Uwe Englert
Deutsche Lesung: Tim Grobe
Grußwort: Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien

Medienpartner NDR Info, Kulturpartner NDR Kultur

Einlass: 18:30 Uhr
Tagesticket – Dienstag, 26.11.2019
VELKOMMEN / TERVETULOA / VELKOMIN / VELKOMMEN / VÄLKOMMEN

heißt es ab dem 25. November wieder am Schwanenwik, wenn an vier Abenden Autorinnen und Autoren aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden ihre aktuellen Bücher vorstellen.

Bereits zum 17. Mal findet dieses liebenswerte kleine Festival statt, nicht zuletzt durch die Unterstützung der nordischen Literaturinstitute, der Konsulate und Botschaften der nordeuropäischen Länder und vor allem durch die Bezuschussung von Seiten der Behörde für Kultur und Medien. Hierfür bedanken wir uns sehr herzlich. Die Nordischen Literaturtage zeigen die Vielfalt der aktuellen skandinavischen Literatur. Von preisgekrönten Debüts über eine Graphic Novel und »Gläsernes Übersetzen« bis hin zu lang etablierten Autorinnen und Autoren spannt das diesjährige Programm auch thematisch einen großen Bogen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Literatur Norwegens, dem Gastland der Frankfurter Buchmesse im Oktober. Wir freuen uns, auch den jüngsten Literaturbegeisterten mit einer Ausstellung norwegischer Kinderbuchillustrationen und Lesungen in der Zentralbibliothek ein Begleitprogramm bieten zu können.

Musikalisch soll unser Ausflug in den hohen Norden ausklingen: Die Nordischen Literaturtage schließen daher am Donnerstagabend mit einigen Kostproben von »Verbotene Lieder« des norwegischen Singer-Songwriters Moddi.

Entscheiden Sie sich, in welches Land die literarische Reise gehen soll. Empfehlenswert ist selbstverständlich eine Rundreise mit dem Festivalticket! Wir heißen Sie zu jeder Veranstaltung herzlich willkommen.
Festivalticket – 25. bis 28.11.2019
VELKOMMEN / TERVETULOA / VELKOMIN / VELKOMMEN / VÄLKOMMEN

heißt es ab dem 25. November wieder am Schwanenwik, wenn an vier Abenden Autorinnen und Autoren aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden ihre aktuellen Bücher vorstellen.

Bereits zum 17. Mal findet dieses liebenswerte kleine Festival statt, nicht zuletzt durch die Unterstützung der nordischen Literaturinstitute, der Konsulate und Botschaften der nordeuropäischen Länder und vor allem durch die Bezuschussung von Seiten der Behörde für Kultur und Medien. Hierfür bedanken wir uns sehr herzlich. Die Nordischen Literaturtage zeigen die Vielfalt der aktuellen skandinavischen Literatur. Von preisgekrönten Debüts über eine Graphic Novel und »Gläsernes Übersetzen« bis hin zu lang etablierten Autorinnen und Autoren spannt das diesjährige Programm auch thematisch einen großen Bogen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Literatur Norwegens, dem Gastland der Frankfurter Buchmesse im Oktober. Wir freuen uns, auch den jüngsten Literaturbegeisterten mit einer Ausstellung norwegischer Kinderbuchillustrationen und Lesungen in der Zentralbibliothek ein Begleitprogramm bieten zu können.

Musikalisch soll unser Ausflug in den hohen Norden ausklingen: Die Nordischen Literaturtage schließen daher am Donnerstagabend mit einigen Kostproben von »Verbotene Lieder« des norwegischen Singer-Songwriters Moddi.

Entscheiden Sie sich, in welches Land die literarische Reise gehen soll. Empfehlenswert ist selbstverständlich eine Rundreise mit dem Festivalticket! Wir heißen Sie zu jeder Veranstaltung herzlich willkommen.
Festivalticket – 25. bis 28.11.2019
VELKOMMEN / TERVETULOA / VELKOMIN / VELKOMMEN / VÄLKOMMEN

heißt es ab dem 25. November wieder am Schwanenwik, wenn an vier Abenden Autorinnen und Autoren aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden ihre aktuellen Bücher vorstellen.

Bereits zum 17. Mal findet dieses liebenswerte kleine Festival statt, nicht zuletzt durch die Unterstützung der nordischen Literaturinstitute, der Konsulate und Botschaften der nordeuropäischen Länder und vor allem durch die Bezuschussung von Seiten der Behörde für Kultur und Medien. Hierfür bedanken wir uns sehr herzlich. Die Nordischen Literaturtage zeigen die Vielfalt der aktuellen skandinavischen Literatur. Von preisgekrönten Debüts über eine Graphic Novel und »Gläsernes Übersetzen« bis hin zu lang etablierten Autorinnen und Autoren spannt das diesjährige Programm auch thematisch einen großen Bogen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Literatur Norwegens, dem Gastland der Frankfurter Buchmesse im Oktober. Wir freuen uns, auch den jüngsten Literaturbegeisterten mit einer Ausstellung norwegischer Kinderbuchillustrationen und Lesungen in der Zentralbibliothek ein Begleitprogramm bieten zu können.

Musikalisch soll unser Ausflug in den hohen Norden ausklingen: Die Nordischen Literaturtage schließen daher am Donnerstagabend mit einigen Kostproben von »Verbotene Lieder« des norwegischen Singer-Songwriters Moddi.

Entscheiden Sie sich, in welches Land die literarische Reise gehen soll. Empfehlenswert ist selbstverständlich eine Rundreise mit dem Festivalticket! Wir heißen Sie zu jeder Veranstaltung herzlich willkommen.
Festivalticket – 25. bis 28.11.2019
VELKOMMEN / TERVETULOA / VELKOMIN / VELKOMMEN / VÄLKOMMEN

heißt es ab dem 25. November wieder am Schwanenwik, wenn an vier Abenden Autorinnen und Autoren aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden ihre aktuellen Bücher vorstellen.

Bereits zum 17. Mal findet dieses liebenswerte kleine Festival statt, nicht zuletzt durch die Unterstützung der nordischen Literaturinstitute, der Konsulate und Botschaften der nordeuropäischen Länder und vor allem durch die Bezuschussung von Seiten der Behörde für Kultur und Medien. Hierfür bedanken wir uns sehr herzlich. Die Nordischen Literaturtage zeigen die Vielfalt der aktuellen skandinavischen Literatur. Von preisgekrönten Debüts über eine Graphic Novel und »Gläsernes Übersetzen« bis hin zu lang etablierten Autorinnen und Autoren spannt das diesjährige Programm auch thematisch einen großen Bogen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Literatur Norwegens, dem Gastland der Frankfurter Buchmesse im Oktober. Wir freuen uns, auch den jüngsten Literaturbegeisterten mit einer Ausstellung norwegischer Kinderbuchillustrationen und Lesungen in der Zentralbibliothek ein Begleitprogramm bieten zu können.

Musikalisch soll unser Ausflug in den hohen Norden ausklingen: Die Nordischen Literaturtage schließen daher am Donnerstagabend mit einigen Kostproben von »Verbotene Lieder« des norwegischen Singer-Songwriters Moddi.

Entscheiden Sie sich, in welches Land die literarische Reise gehen soll. Empfehlenswert ist selbstverständlich eine Rundreise mit dem Festivalticket! Wir heißen Sie zu jeder Veranstaltung herzlich willkommen.
Sigríður Hagalín Björnsdóttir
Nordische Literaturtage – Sigríður Hagalín Björnsdóttir
stellt ihren Roman »Blackout Island« vor

»Es gibt nichts zu tun außer schreiben, sich erinnern und schreiben.« Abend für Abend hält Hjalti Ingólfsson die Geschehnisse der Vergangenheit fest. Er schreibt über sein früheres Leben als Journalist, über seine Lebensgefährtin María und deren Kinder. Er protokolliert all die Dinge, die vorher anders waren. Anders bis zu dem Zeitpunkt, als Island plötzlich von der Außenwelt abgeschottet wird und die Alltäglichkeiten und Gewohnheiten schwinden. Wie konnte es dazu kommen? Welche Ereignisse haben dazu geführt, dass die Innenministerin Elín Ólafsdóttir schließlich den Ausnahmezustand ausrufen muss? Und wie geht man mit den Folgen um?

In »Blackout Island« (Suhrkamp; Übersetzung: Tina Flecken) entwirft Sigríður Hagalín Björnsdóttir ein dystopisches, postapokalyptisches Island, in dem Angst und Ungewissheit herrschen und das Leben aufs Überleben reduziert wird. Ein bedrückendes Endzeitszenario, das sich von Seite zu Seite immer bedrohlicher und hoffnungsloser darstellt. Umso mehr gehen die Parallelen zu aktuellen weltpolitischen Geschehnissen in Mark und Bein.

Sigríður Hagalín Björnsdóttir wurde 1974 auf Island geboren und studierte in Salamanca, New York und Kopenhagen Journalismus. Sie leitet die Nachrichtenabteilung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Islands (RÚV). »Blackout Island« ist ihr erster Roman.

Moderation: Kristof Magnusson
Deutsche Lesung: Katja Danowski

Kulturpartner NDR Kultur

Einlass: 20:15 Uhr
Jón Kalman Stefánsson
Nordische Literaturtage – Jón Kalman Stefánsson
stellt seinen Roman »Ástas Geschichte« vor

In »Ástas Geschichte« (Piper; Übersetzung: Karl-Ludwig Wetzig) geht es um nicht weniger als das Leben in seiner ganzen schönen wie unerbittlichen Breite. Ásta, darin steckt das isländische Wort für Liebe. Doch kaum ist das Mädchen, das diesen Namen trägt, geboren, verlässt ihre Mutter die Familie, und es wächst bei einer Ziehmutter auf. Als Ásta einem Mitschüler die Nase bricht, werden die Risse in ihrer Welt unübersehbar. Sie muss für einen Sommer in die Westfjorde und trifft dort auf Jósef, der Gedichte liest und ebenfalls als Querulant gilt. Mit dieser ersten, zarten Liebe zu ihm findet sie auch die Kraft, sich ihr eigenes Leben zu erkämpfen. Ástas Geschichte ist so voller Wärme, Leidenschaft, Scheitern und Glück, wie man es selten erlebt. »Jón Kalman Stefánsson schreibt, als ginge es um unser aller Leben«, so Elke Heidenreich.

1963 in Reykjavík geboren, zählt Jón Kalman Stefánsson heute zu den bedeutendsten Schriftstellern Islands. Er arbeitete in der Fischindustrie, als Maurer und Polizist, bevor er sich als Autor in Mosfellsbær bei Reykjavík niederließ. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und in ganz Europa ausgezeichnet, unter anderem mit dem Isländischen Literaturpreis. 2018 war Jón Kalman Stefánsson für den Alternativen Literaturnobelpreis nominiert.

Moderation: Kristof Magnusson
Deutsche Lesung: Sascha Rotermund

Kulturpartner NDR Kultur

Einlass: 17:30 Uhr
Tagesticket – Mittwoch, 27.11.2019
VELKOMMEN / TERVETULOA / VELKOMIN / VELKOMMEN / VÄLKOMMEN

heißt es ab dem 25. November wieder am Schwanenwik, wenn an vier Abenden Autorinnen und Autoren aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden ihre aktuellen Bücher vorstellen.

Bereits zum 17. Mal findet dieses liebenswerte kleine Festival statt, nicht zuletzt durch die Unterstützung der nordischen Literaturinstitute, der Konsulate und Botschaften der nordeuropäischen Länder und vor allem durch die Bezuschussung von Seiten der Behörde für Kultur und Medien. Hierfür bedanken wir uns sehr herzlich. Die Nordischen Literaturtage zeigen die Vielfalt der aktuellen skandinavischen Literatur. Von preisgekrönten Debüts über eine Graphic Novel und »Gläsernes Übersetzen« bis hin zu lang etablierten Autorinnen und Autoren spannt das diesjährige Programm auch thematisch einen großen Bogen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Literatur Norwegens, dem Gastland der Frankfurter Buchmesse im Oktober. Wir freuen uns, auch den jüngsten Literaturbegeisterten mit einer Ausstellung norwegischer Kinderbuchillustrationen und Lesungen in der Zentralbibliothek ein Begleitprogramm bieten zu können.

Musikalisch soll unser Ausflug in den hohen Norden ausklingen: Die Nordischen Literaturtage schließen daher am Donnerstagabend mit einigen Kostproben von »Verbotene Lieder« des norwegischen Singer-Songwriters Moddi.

Entscheiden Sie sich, in welches Land die literarische Reise gehen soll. Empfehlenswert ist selbstverständlich eine Rundreise mit dem Festivalticket! Wir heißen Sie zu jeder Veranstaltung herzlich willkommen.
J. Klougart und A. C. Bomann
Nordische Literaturtage – Josefine Klougart & Anne Cathrine Bomann
stellen ihre Romane »Einer von uns schläft« und »Agathe« vor

Nach einer schwierigen Trennung kehrt eine junge Frau in ihr Elternhaus und damit aufs Land zurück. Dort ist alles, wie es immer war: die Familie, die Apfelbäume, ein stabiler Rahmen für ihre ins Schwanken geratene Existenz. Doch das Gefühl der Vertrautheit scheint ihr plötzlich aufgesetzt, und sie fühlt sich als Fremdkörper im altvertrauten Mikrokosmos. Liegt der Fehler in der Gegenwart oder in ihrer Erinnerung? In »Einer von uns schläft« (Matthes & Seitz; Übersetzung: Peter Urban-Halle) erzählt Josefine Klougart die Geschichte einer Frau, die sich in ihrem Leben neu verorten muss. »Klougart ist wahrscheinlich die beste junge Autorin Dänemarks«, schreibt »Berlingske«.

»Die morgendlichen Gespräche vergingen, ohne dass auch nur einer meiner Patienten es vermocht hätte, mich zu überraschen oder mein Interesse zu wecken.« Diesen Zustand eines alternden Psychiaters, der die Tage bis zu seinem Ruhestand zählt, werden die Gespräche mit Agathe, seiner letzten Patientin, verändern: Neue Freundschaften scheinen plötzlich möglich, neue Wege, neue Zuversicht. Anne Cathrine Bomann dreht in ihrem Debüt »Agathe« (Hanser; Übersetzung: Franziska Hüther) die üblichen Rollen einer Therapie um. Hier ist es die Patientin, die den Therapeuten aus der Praxis ins wirkliche Leben führt. Eine universelle Geschichte voller Zärtlichkeit und subtilem Humor.

Moderation: Ulrich Sonnenberg
Deutsche Lesung: Katja Danowski

Kulturpartner NDR Kultur

Einlass: 20:15 Uhr
Miika Nousiainen
Nordische Literaturtage – Miika Nousiainen
stellt seinen Roman »Verrückt nach Schweden« vor

»Wie viele es von uns gibt, weiß ich leider nicht, wir sind weder organisiert noch statistisch erfasst. Wir leiden nur heimlich, still und leise vor uns hin.« In »Verrückt nach Schweden« (Nagel & Kimche; Übersetzung: Elina Kritzokat) geht es um Mikko. Mikko Virtanen ist Finne, auf dem Papier. Er selbst bezeichnet sich als »Nationalitätstransvestit«, der sich – gefangen im finnischen Körper – der schwedischen Nationalität zugehörig fühlt. Er beherrscht die schwedische Sprache und denkt auf Schwedisch. Er lässt sich schwedische Zeitungen liefern und trägt Klamotten von schwedischen Designern. Doch all das reicht ihm nicht: Er will ein »geborener Schwede« sein. Denn alle wissen es: Schweden ist eine fröhliche, moderne, offene und empathische Nation – ganz im Gegensatz zu Finnland! Als Mikko auf den lebens-müden Schweden Mikael trifft, scheint er seinem sehnlichsten Wunsch so nah zu sein – wäre da nicht der Mord, den er dafür begehen müsste …

Miika Nousiainen, 1973 in Finnland geboren, ist Romanautor, TV-Journalist und Drehbuchautor. 2007 wurde »Verrückt nach Schweden« in Finnland als populärster Debütroman ausgezeichnet. 2017 erschien mit »Die Wurzel alles Guten« Nousiainens vierter Roman und der erste, der ins Deutsche übersetzt worden ist. Seine Romane und Figuren eint: Es wird schwarzhumorig, skurril und vergnüglich.

Moderation: Anne Mäkelä
Deutsche Lesung: Julian Greis

Kulturpartner NDR Kultur

Einlass: 17:30 Uhr
Tagesticket – Donnerstag, 28.11.2019
VELKOMMEN / TERVETULOA / VELKOMIN / VELKOMMEN / VÄLKOMMEN

heißt es ab dem 25. November wieder am Schwanenwik, wenn an vier Abenden Autorinnen und Autoren aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden ihre aktuellen Bücher vorstellen.

Bereits zum 17. Mal findet dieses liebenswerte kleine Festival statt, nicht zuletzt durch die Unterstützung der nordischen Literaturinstitute, der Konsulate und Botschaften der nordeuropäischen Länder und vor allem durch die Bezuschussung von Seiten der Behörde für Kultur und Medien. Hierfür bedanken wir uns sehr herzlich. Die Nordischen Literaturtage zeigen die Vielfalt der aktuellen skandinavischen Literatur. Von preisgekrönten Debüts über eine Graphic Novel und »Gläsernes Übersetzen« bis hin zu lang etablierten Autorinnen und Autoren spannt das diesjährige Programm auch thematisch einen großen Bogen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Literatur Norwegens, dem Gastland der Frankfurter Buchmesse im Oktober. Wir freuen uns, auch den jüngsten Literaturbegeisterten mit einer Ausstellung norwegischer Kinderbuchillustrationen und Lesungen in der Zentralbibliothek ein Begleitprogramm bieten zu können.

Musikalisch soll unser Ausflug in den hohen Norden ausklingen: Die Nordischen Literaturtage schließen daher am Donnerstagabend mit einigen Kostproben von »Verbotene Lieder« des norwegischen Singer-Songwriters Moddi.

Entscheiden Sie sich, in welches Land die literarische Reise gehen soll. Empfehlenswert ist selbstverständlich eine Rundreise mit dem Festivalticket! Wir heißen Sie zu jeder Veranstaltung herzlich willkommen.
Geir Gulliksen und Moddi
Nordische Literaturtage – Geir Gulliksen und Moddi
stellen ihre Bücher »Geschichte einer Ehe« und »Verbotene Lieder« vor

Geir Gulliksen ist eine herausragende Persönlichkeit des Literaturlebens in Norwegen. Als Verleger und Lektor war er verantwortlich für die Entdeckung so wichtiger skandinavischer Autoren und Autorinnen wie Karl Ove Knausgård oder Linn Ullmann. 2014 erhielt er den Aschehoug-Preis für sein literarisches Gesamtwerk und »Geschichte einer Ehe« (Luchterhand; Übersetzung: Ursel Allenstein) stand auf der Shortlist des Literaturpreises des Nordischen Rates. Der Mann in diesem Roman sucht Antworten auf die Frage, wie die große, exzeptionelle Liebe, eine gute Ehe, ein modernes gemeinsames Leben mit Kindern scheinbar aus dem Nichts in sich zusammenbrechen kann und wie seine Frau diesen Prozess erlebt haben mag.

Die 17. Nordischen Literaturtage enden mit Musik: Das Buch »Verbotene Lieder« (Edition Nautilus; Übersetzung: Günther Frauenlob und Karoline Hippe) dokumentiert die Reise des norwegischen Singer-Songwriters Moddi rund um die Welt – mit der Mission, die Geschichten von Liedern und ihren Urhebern, die einst der Zensur zum Opfer gefallen sind, offenzulegen. Ob Klassiker wie »Strange Fruit« von Billie Holiday und »Army Dreamers« von Kate Bush oder ein samisches Volkslied und das »Punk-Gebet« von Pussy Riot – zehn Schicksale von Gewalterfahrung und Unterdrückung werden ihrer erzwungenen Stille enthoben und erklingen in Worten, in Tönen, in Gesang.

Moderation: Hinrich Schmidt-Henkel
Deutsche Lesung: Sebastian Rudolph

Kulturpartner NDR Kultur

Einlass: 20:15 Uhr
A. Svensson und D. Bogdanska
Nordische Literaturtage – Amanda Svensson & Daria Bogdanska
stellen ihre Bücher »Ich habe dir immer über alles die Wahrheit gesagt« und »Von Unten« vor

Meistens nennt er sie Lilja, wie die Frau des sowjetischen Dichters Wladimir Majakowski, manchmal auch Sylvia Plath oder Vivienne Haigh-Wood Eliot. Das ist es, worauf ihre Beziehung aufbaut: das Leben in einer Fiktion. Er kontrolliert sie. Erst spät erkennt sie den Missbrauch in dem Spiel, das sie für wahre Liebe hält. Amanda Svenssons Roman »Ich habe dir immer über alles die Wahrheit gesagt« (btb; Übersetzung: Ursel Allenstein) ist »intelligent und komisch, klug und aufwühlend. Und handelt vom Recht der Frau am eigenen Körper – ein bedeutsames Buch, das Schullektüre werden sollte« (»Dagens Nyheter«).

Der autobiografische Comic »Von Unten« (avant-verlag; Übersetzung: Katharina Erben) der polnischen Zeichnerin Daria Bogdanska erzählt von ihrem Umzug nach Malmö. Auf der Suche nach einem Neustart zieht es die Mittzwanzigerin nach Schweden, wo sie Arbeitsverhältnisse vorfindet, in denen gerade Migranten massiv ausgebeutet werden. Sie beginnt, aktiv zu werden und sich gewerkschaftlich zu organisieren. »Von Unten« ist eine Erzählung über persönliche und politische Kämpfe, über kafkaeske bürokratische Teufelskreise in einem Wohlfahrtsstaat mit Vorzeigecharakter. Bogdanska schildert die prekäre Lage einer Generation ohne sichere Jobs, das Leben im Malmöer Underground und ihre Sehnsucht nach Gerechtigkeit und einem Zuhause.

Moderation: Grit Thunemann
Deutsche Lesung: Marta Dittrich

Kulturpartner NDR Kultur

Einlass: 18:00 Uhr
Rafik Schami
Rafik Schami
liest aus seinem neuen Roman »Die geheime Mission des Kardinals«

»Glaube versetzt selten Berge, Aberglaube immer ganze Völker«. Rafik Schami erzählt in »Die geheime Mission des Kardinals« (Hanser) von Glaube und Aberglaube, Liebe und Mord. Kurz vor seiner Pensionierung ermittelt Kommissar Barudi in einem Kriminalfall mit internationaler Bedeutung und Verwicklung. Die italienische Botschaft in Damaskus erreicht 2010 ein Ölfass, in dem die Leiche eines Kardinals entdeckt wird. Der italienische Kirchenvertreter scheint auf geheimer Mission in Syrien ermordet worden zu sein. Zwischen Christentum und Islam, Diplomaten und Kämpfern des aufstrebenden Islamischen Staats führt uns die Ermittlung Barudis und seines Kollegen aus Rom tief in die Konflikte der syrischen Gesellschaft. Durch die genaue Beobachtung eines Syriens, das kurz vor dem folgenreichen Bürgerkrieg steht, und durch den Protagonisten, der in eingefügten Tagebucheinträgen die Geschehnisse reflektiert, eröffnet Schami eine Perspektive, die über die Kriminalhandlung hinausreicht und die Erzählung zu einem höchst aktuellen Gesellschaftsroman werden lässt.

Rafik Schami, 1946 in Damaskus geboren, lebt seit 1971 in Deutschland. Sein Werk wurde in 32 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hermann-Hesse-Literaturpreis und dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher. Er ist ein großartiger und erfolgreicher Geschichtenerzähler – das stellt er bei seinen Lesungen anschaulich unter Beweis.

Kulturpartner NDR Kultur

Einlass: 18:30 Uhr

Der Vorverkauf beginnt am 15.11.2019
Denis Scheck
Denis Scheck
Schiller? Joyce? Handke? Tim und Struppi? – Denis Scheck sorgt für Ordnung und legt seinen »Kanon« vor

Um Meinungen und Wertungen ist dieser Mann nicht verlegen. Wenn er in seiner ARD-Sendung »druckfrisch« Bücher unmissverständlich in den Orkus des Verdammenswerten gleiten lässt, zittern Autorinnen und Verleger, empören sich Buchhändlerinnen. Doch wer scharfe Urteile fällt, kommt nicht umhin zu sagen, was lesenswert ist und was vor allem lesenswert bleibt. Da sich Marcel Reich-Ranicki darum nicht mehr kümmern kann, wagt sich der im Kölner Exil lebende Schwabe Denis Scheck aus der Deckung und legt »Schecks Kanon« (Piper) vor – ein Buch, das sich nichts weniger vorgenommen hat, als, so der Untertitel, die »100 wichtigsten Werke der Weltliteratur« zu präsentieren.

Ob dahinter Anmaßung steckt, wie Gatekeeper Scheck seine Auswahl begründet und ob sich seiner Sicht zustimmen lässt, darüber wird an diesem Abend wohl trefflich diskutiert und gestritten werden. Schon im Vorfeld hat Scheck in einem »stern«-Interview die Stimmung angeheizt, Siegfried Lenz als »honorigen Schriftsteller« bezeichnet, der »uns aber heute nicht mehr viel zu sagen« habe, und sogar seinen Landsmann Friedrich Schiller vor die Kanontür verbannt. Den nämlich kenne woanders keiner.

Freuen Sie sich auf einen lebhaften Abend.

Moderation: Rainer Moritz

Medienpartner NDR Info

Einlass: 18:30 Uhr

Der Vorverkauf beginnt am 15.11.2019
Ein Ernst-Barlach-Abend
Ein Ernst-Barlach-Abend
Charly Hübner, Ingo Schulze und Holger Helbig lesen und loben Barlachs Briefe

»Bin und bleibe, der ich war, Ernst Barlach«

Am 2. Januar 2020 jährt sich der Geburtstag des expressionistischen Bildhauers, Zeichners und Dramatikers Ernst Barlach (1870–1938) zum 150. Mal. Gemeinsam mit dem Literaturwissenschaftler Holger Helbig präsentieren der Schauspieler Charly Hübner und der Schriftsteller Ingo Schulze – drei große Fürsprecher dieses Klassikers des 20. Jahr-hunderts – nun ein Großprojekt zum Barlach-Jubiläum: die kommentierte Neuausgabe sämtlicher Briefe Barlachs, die Mitte Dezember 2019 im Suhrkamp Verlag erscheint. Rund 2.200 Briefe aus 90 Archiven, Museen und privaten Sammlungen wurden dafür zusam-mengetragen; mehr als 500 werden erstmals veröffentlicht.

Mit den Briefen schrieb Barlach den Roman seines Lebens. Der Bogen reicht von Sinnsuche und Selbstaussprache über Künstlerwerdung und Meisterschaft bis hin zu Verzweiflung und politischer Verfolgung. Der hier schreibt, ist amüsanter Erzähler, begnadeter Satiriker, eigensinniger Beobachter und messerscharfer Kommentator seiner Zeit. Er ist belesen in vielen Literaturen und bewandert in der Kunst. Er ist feinfühlig und unbescheiden, neugierig und starrsinnig, er bittet und ignoriert. Der Leser begegnet einer vielstimmigen Persön-lichkeit.

Die Lesung gibt Kostproben aus den Briefen. Sie will Barlach nicht festlegen, sondern dazu einladen, einen fulminanten Autor zu entdecken.

Einlass: 18:00 Uhr

Der Vorverkauf beginnt am 15.11.2019
Jan Peter Bremer
Jan Peter Bremer
stellt seinen neuen Roman »Der junge Doktorand« vor

Alle paar Jahre legt der Berliner Jan Peter Bremer schmale Romane vor, die es in sich haben, von großer Komik sind und en passant Kluges und Gedankenreiches verbreiten. »Der junge Doktorand« (Berlin Verlag), Bremers jüngstes Kabinettstück, ist ein »raffinierter Künstlerroman« (Frankfurter Rundschau), der in die norddeutsche Provinz führt. Dort, in einer Wassermühle, leben der Maler Günter Greilach und seine Frau Natascha. Ersterer ist ein meist übellauniger Künstler, der es sich mit fast allen verscherzt hat und darunter leidet, dass die Welt die ihm fraglos zustehende Anerkennung konstant verweigert.

Doch noch ist nicht alle Hoffnung verloren. Denn es kündet sich ein Mann namens Florian Sommer an, ein Doktorand, der, so scheint es, über einer bahnbrechenden Arbeit zu Greilachs Werk sitzt und der Misere ein Ende bereiten könnte. Neunmal hat der junge Wissenschaftler sein Kommen kurzfristig abgesagt, doch nun fährt er endlich vor, und alles scheint auf einen intensiven Austausch zwischen Künstler und Forscher hinzudeuten.

Dass das alles vielleicht ein großes Missverständnis ist und dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick aussieht, davon erzählt dieser Ehehöllenkünstlerroman, der bisweilen so klingt, »als habe man Thomas Bernhard mit Loriot gekreuzt« (Deutschlandfunk Kultur), auf sehr vergnügliche Weise.

Moderation: Carsten Otte

Einlass: 18:30 Uhr

Der Vorverkauf beginnt am 15.11.2019
Philosophisches Café
Philosophisches Café
Wahre Helden – wie man sie erkennt und warum wir sie brauchen
Zu Gast: Dieter Thomä

Die Demokratie steckt in einer schweren Krise. Wie kann diese bewältigt werden? Passt die Sehnsucht nach Lichtgestalten noch in unser aufgeklärtes Weltbild? Ja, sagt Dieter Thomä in seinem Buch »Warum Demokratien Helden brauchen« (Ullstein). Er plädiert für einen zeitgemäßen Heroismus, und er hält eine Demokratie, in der alle gleich sind, für leblos. Aktuelle Entwicklungen zeigen einen anderen Weg: Lokalpolitiker begeben sich in Gefahr, um unsere Freiheitsrechte zu verteidigen. Klimaaktivistinnen kämpfen für eine lebenswerte Zukunft. Thomä erklärt, warum heute Menschen gefragt sind, die über sich hinauswachsen, die konstruktiv stören und das Heldentum nicht denen überlassen, die autoritär oder fundamentalistisch denken. In der Suche nach den richtigen Helden und Heldinnen – sowie im Streit um sie – schärft eine demokratische Gesellschaft ihr Profil.

Dieter Thomä, geboren 1959, ist Professor für Philosophie an der Universität St. Gallen. Er war unter anderem Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin und am Institute for Advanced Study in Princeton sowie Gastprofessor an der Brown University/USA. Er schreibt regelmäßig für die »FAZ« und andere Zeitungen und Zeitschriften. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen unter anderem »Puer robustus. Eine Philosophie des Störenfrieds« und »Väter. Eine moderne Heldengeschichte«.

Moderation: Wolfram Eilenberger

Einlass: 18:00 Uhr

Der Vorverkauf beginnt am 15.11.2019
Hermann Peter Piwitt
Hermann Peter Piwitt
Zum 85. Geburtstag gratulieren Freunde und Weggefährten Hermann Peter Piwitt und lesen aus seinem Werk

Hermann Peter Piwitt hört sehr genau zu, sieht noch genauer hin und teilt seine präzisen Beobachtungen mit der überraschten, ertappten und amüsierten Leserschaft. Er trifft die Leute, von denen er erzählt, auf der Straße, auf Parkbänken oder in der Kneipe. Ob Nachbarn oder Unbekannte – im Handumdrehen sind sie lebendig.

1935 in Wohldorf bei Hamburg geboren, wächst Piwitt in Hamburg und Frankfurt am Main auf. Nach seinem Studium in Frankfurt am Main, München und Berlin, unter anderem bei Theodor W. Adorno und Walter Höllerer, beginnt er mit dem Schreiben und der Arbeit als Kritiker für alle großen deutschsprachigen Tages- und Wochenzeitungen und Magazine. Seit 1965 veröffentlicht er zahlreiche und vieldiskutierte Romane, Erzählungen sowie Essays, für die er unter anderem mit dem Preis der Jungen Generation (1968) und dem Stipendium der Villa Massimo (1971/72) ausgezeichnet wurde.

Piwitt blickt als Autor zurück und voraus, zuweilen wehmütig, aber ungebremst angriffslustig. Zuletzt erschienen sind der Erzählband »Drei Freunde« (2017) und als Neuauflage seine Prosaminiaturen »Ein unversöhnlich sanftes Ende« (2018) im Wallstein Verlag.

Am Tag seines 85. Geburtstages gratulieren Freunde und Weggefährten – Thorsten Ahrend, Volker Hage, Sabine Peters, Hendrik Rost und Thedel von Wallmoden – dem Hamburger Autor und lesen aus seinem Werk.

Einlass: 18:30 Uhr

Der Vorverkauf beginnt am 15.11.2019
David Wagner
David Wagner
liest aus seinem neuen Buch »Der vergessliche Riese«

Immer wieder erzählt der Vater seine Liebesgeschichten. Er benötigt Betreuung und wird sein Haus verlassen müssen, denn immer wieder vergisst er, was kurz zuvor geschah. Die Familie erlebt einen Rollenwechsel: Der Vater ist wieder Kind geworden.

David Wagner nimmt sich in »Der vergessliche Riese« (Rowohlt) eines Themas an, das immer mehr Menschen betrifft. Er zeigt einen Vater, der nur noch in der Gegenwart lebt und dessen Persönlichkeit langsam schwindet, und der doch in all seinen liebenswerten Eigenheiten und verbleibenden Erinnerungen unverwechselbar bleibt. Die Geduld und Zärtlichkeit, die der Erzähler bei seinen Besuchen beim Vater und zahlreichen gemeinsamen Autofahrten zu Orten der Vergangenheit aufbringt, berühren tief. Ohne Hadern und Wut begegnet er der fortschreitenden Demenz und der Vater ist glücklich, obwohl er weiß, was mit ihm geschieht.

David Wagner, 1971 geboren, debütierte mit dem Roman »Meine nachtblaue Hose«. Es folgten weitere Publikationen, wie der Roman »Vier Äpfel«, der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand. 2013 wurde ihm für sein Buch »Leben« der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen, 2014 erhielt er den Kranichsteiner Literaturpreis und war zudem erster Friedrich Dürrenmatt Gastprofessor für Weltliteratur an der Universität Bern.

Moderation: Katrin Schumacher

Kulturpartner NDR Kultur

Einlass: 18:30 Uhr

Der Vorverkauf beginnt am 15.11.2019