Samstag, 24.08.2019
um 20:00 Uhr

Museum Pachen
Speyerstraße 3
67806 Rockenhausen


Tickets
ab 12,00 €




Noch bis ins 19. Jahrhundert war in Deutschland „heimatlos zu sein“ ein Zeichen von Besitzlosigkeit. Heimatlose Menschen, also „Fremde“ , bekamen keinen "Heimatschein", der ihnen öffentliche Fürsorge und Hilfe etwa bei Krankheit sicherte. Wer eine "Heimat" besaß, beispielsweise das elterliche Haus, durfte sich also glücklich schätzen. Der Begriff „Heimat“ war somit vor allem juristisch gemeint und meinte Besitz an einem bestimmten Ort. Doch zwischenzeitlich hat sich das Verständnis von "Heimat" gewandelt.
Die Idee unseres Kultursommerbeitrags ist die Vorstellung unterschiedlicher Formen der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Verlust von Heimat. Gerade die Region um den Donnersberg, als Landschaft im Herzen Europas , in der frühindustrielle und Bergbau-Aktivitäten neben der Landwirtschaft eine ganz zentrale und bedeutende wirtschaftliche Rolle spielten, ist eine Region mit bewegter und wechselhafter Geschichte. Mobilität der Bewohner war hier immer Thema, Auswanderung wechselt mit Zuwanderung, Hinter-gründe sind dabei nicht nur wirtschaftliche Veränderungen sondern ebenso politische und religöse Gegebenheiten.
Für die Menschen, die in unserer Region über die Jahrhunderte hinweg kamen und gingen bedeutete das entweder den Verlust von Heimat(en) oder auch das Neugewinnen von Heimat – die Nordpfalz ist damit auch ein kleinräumiger Spiegel der aktuellen globalen Entwicklung.
Wir möchten das Thema ‚Heimat’ gerne aus sehr verschiedenen Perspektiven betrachten. Einer der bekanntesten deutschen Dichter, die sich intensiv mit dem Verlust ihrer Heimat auseinandersetzten, ist Heinrich Heine. Wir stellen uns vor, dass Gedichte und Texte von Heine mit zeitgenössischen oder auch historischen Liedern,Texten, Gedichten aus anderen Kulturen kontrastiert werden. Dargeboten von KünstlerInnen, die hier eine neue Heimat gefunden haben oder noch suchen, und ihre alte Heimat aus unterschiedlichen Gründen verlassen mussten, aufgegeben haben.
Die Gegenüberstellung soll das verdeutlichen, was Edgar Reitz zum Heimat-Begriff sagt: "Ich denke, dass das, was wir Heimat nennen, eine Empfindung ist, die man eigentlich nur in der künstlerischen Darstellung zu etwas Bleibendem machen kann. In der Realität ist Heimat immer etwas Verlorenes."

Einlass: 19:00

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix