Black Privilege - Performance mit Mamela Nyamza

Donnerstag, 27.06.2019 um 15:00 Uhr

Kulturzentrum Pavillon
Lister Meile 4, 30161 Hannover


Tickets
ab 14,00 €




Die Performance von Mamela Nyamza untersucht das Konzept "Privileg" in einer Gesellschaft, in der Personen unter anderem auf Grundlage von race, Gender, sexueller Orientierung und sozialer Herkunft verurteilt und ausgeschlossen werden. Abgelehnte und verkannte Heldinnen des afrikanischen Unabhängigkeitskampfes werden zum Leben erweckt, gerichtet und vielleicht auch gefeiert.

Mamela Nyamza ist stellvertretende künstlerische Leitung des „South African State Theatre“. 1976 im Gugulethu Township, nahe Kapstadt in Südafrika geboren und aufgewachsen, legte sie schon in ihrer Kindheit die Grundsteine für ihre zukünftige Tanzkarriere. Während ihrer klassischen Tanzausbildung beschäftigte sie sich erstmalig mit Widersprüchen und Kritik gegenüber den normativen Vorstellungen, die eine klassische Balletttänzerin zu erfüllen hat. Als Tänzerin und Choreografin, mit Erfahrungen in unterschiedlichen klassischen als auch zeitgenössischen Stilen, sucht sie seither nach Wegen, diese Normen und Erwartungen zu dekonstruieren. Inhaltlich beschäftigt sie sich in ihrer Arbeit mit politischen und sozialen Themen, wie u.a. Gewalt, Ungleichheit und Homophobie. Seit „Hatched“ 2008, ist Mamela Nyamza auch in der internationalen Tanzszene eine bekannte Größe und ist für ihre Arbeit auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet worden.

- Im Rahmen der Veranstaltungsreihe CLINCH Interlude -

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Black Privilege - Mamela Nyamza
Seit ein paar Jahren mischt die Tänzerin, Choreographin und Aktivistin Mamela Nyamza die internationale Szene auf. Dabei setzt sie stets ihre persönliche Biographie als schwarzafrikanische, lesbische Mutter ins Spannungsfeld zu den allgemeinen Debatten um die gescheiterte Regenbogennation Südafrika, in der Rassismen und Machismen ebenso wieder erstarken, wie die Trennung von Hoch- und Stammeskultur oder die von verschiedenen Sprach- und Stammesregionen. Statt Annährung, Aussöhnung und Austausch diagnostiziert die 1976 in Kapstadt geborene Ausnahmepersönlichkeit größere Abschottung, stärkere Rassentrennung und ein Klima der Angst, das die einstige Vorzeigenation der postkolonialen Idee fest im Griff hält.
In ihrer neuen Arbeit “Black Privilege” richtet Nyamza ihre Aufmerksamkeit auf die scheinheilige Grundstruktur unserer Gesellschaften, in denen jede*r permanent be- und verurteilt wird. Oszillierend zwischen einem Ritual, in dem sie verschiedene Facetten von starken Frauen anruft, und einem Gerichtsverfahren, in dem die Gräueltaten mächtiger Figuren angeklagt werden, verwischt Nyamza die Grenzen zwischen Spiritualität und Gesetz. Abgelehnte und verkannte Heldinnen des afrikanischen Unabhängigkeitskampfes werden wiederbelebt, gerichtet und vielleicht auch gefeiert.

The dancer, choreographer and activist Mamela Nyamza has caused quite a stir on the international scene for a number of years now. She consistently places her personal biography as a black African lesbian mother within the general debate about the failed rainbow nation of South Africa, where racism and machismo are both regaining strength along with the divisions between high and tribal culture and between different linguistic and tribal regions. Instead of rapprochement, reconciliation and the exchange of views, this remarkable artist born in Cape Town in 1976 detects greater compartmentalization, stricter racial separation and a climate of fear now exerting a firm grip over a national that was once a model of the post-colonial idea.
In her new work “Black Privilege”, Nyamza focuses her attention on the hypocritical structure underlying our societies in which everyone is permanently judged and pre-judged. Switching back and forth between a ritual in which she summons up various aspects of strong women and a court process in which powerful figures are held to account for their horrific deeds, Nyamza blurs the boundaries between spirituality and the law. Rejected and unrecognized heroines of the African struggle for independence are brought back to life, judged and perhaps also celebrated.
Black Privilege - Mamela Nyamza
Seit ein paar Jahren mischt die Tänzerin, Choreographin und Aktivistin Mamela Nyamza die internationale Szene auf. Dabei setzt sie stets ihre persönliche Biographie als schwarzafrikanische, lesbische Mutter ins Spannungsfeld zu den allgemeinen Debatten um die gescheiterte Regenbogennation Südafrika, in der Rassismen und Machismen ebenso wieder erstarken, wie die Trennung von Hoch- und Stammeskultur oder die von verschiedenen Sprach- und Stammesregionen. Statt Annährung, Aussöhnung und Austausch diagnostiziert die 1976 in Kapstadt geborene Ausnahmepersönlichkeit größere Abschottung, stärkere Rassentrennung und ein Klima der Angst, das die einstige Vorzeigenation der postkolonialen Idee fest im Griff hält.
In ihrer neuen Arbeit “Black Privilege” richtet Nyamza ihre Aufmerksamkeit auf die scheinheilige Grundstruktur unserer Gesellschaften, in denen jede*r permanent be- und verurteilt wird. Oszillierend zwischen einem Ritual, in dem sie verschiedene Facetten von starken Frauen anruft, und einem Gerichtsverfahren, in dem die Gräueltaten mächtiger Figuren angeklagt werden, verwischt Nyamza die Grenzen zwischen Spiritualität und Gesetz. Abgelehnte und verkannte Heldinnen des afrikanischen Unabhängigkeitskampfes werden wiederbelebt, gerichtet und vielleicht auch gefeiert.

The dancer, choreographer and activist Mamela Nyamza has caused quite a stir on the international scene for a number of years now. She consistently places her personal biography as a black African lesbian mother within the general debate about the failed rainbow nation of South Africa, where racism and machismo are both regaining strength along with the divisions between high and tribal culture and between different linguistic and tribal regions. Instead of rapprochement, reconciliation and the exchange of views, this remarkable artist born in Cape Town in 1976 detects greater compartmentalization, stricter racial separation and a climate of fear now exerting a firm grip over a national that was once a model of the post-colonial idea.
In her new work “Black Privilege”, Nyamza focuses her attention on the hypocritical structure underlying our societies in which everyone is permanently judged and pre-judged. Switching back and forth between a ritual in which she summons up various aspects of strong women and a court process in which powerful figures are held to account for their horrific deeds, Nyamza blurs the boundaries between spirituality and the law. Rejected and unrecognized heroines of the African struggle for independence are brought back to life, judged and perhaps also celebrated.

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix