Dienstag, 14.09.2021




Christus finden im Alltag

Finden wir Christus? Findet Christus uns? Alles entscheidet sich im Wahrnehmen des Alltags und seiner Deutung. Julian Kania begibt sich fotografierend auf die Suche. Ist es Kunst, christliche Kunst, künstlerisches Christentum?

Anmeldung:
hausamdomw@bistumlimburg.de

Ort:
Haus am Dom
Domplatz 3
60311 Frankfurt am Main

Details: https://hausamdom-frankfurt.de/

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix

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LiteraturLounge - Mirko Bonné "Seeland. Schneeland"
Aufgrund der aktuellen Lage und den Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona Virus (COVID 19) kann es zu Änderungen in unserem Programm kommen. Unter https://hausamdom-frankfurt.de/ erhalten Sie ausführliche Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen.


Literaturlounge im Haus am Dom. Eine Veranstaltungsreihe von Kultur & Bahn in Kooperation mit der Katholischen Akademie Rabanus Maurus. Die Lesungen finden an jedem ersten Sonntag im Monat statt.

Moderiert u. a. von Martin Maria Schwarz (hr).

Informationen folgen.

Frankfurt am Main

01.08.2021
11:00 Uhr
Tickets
ab 1,00 €
Identitätsspiel: Was bestimmt uns wirklich?
DENKART – IDENTITÄT_ABER WELCHE?

Ein partizipativer Diskursraum zu gesellschaftlichen Themen der Gegenwart im Haus am Dom Identität – dahinter ließe sich ein Fragezeichen setzen oder doch besser ein Ausrufezeichen? Eines ist klar: Es ist ein problematischer und zugleich politischer Begriff geworden, der die gegenwärtige öffentliche Debatte bestimmt. Wie wir anderen Menschen begegnen, entspricht oftmals nicht dem, wie sie selber gelesen werden wollen. Wer entscheidet über die Zugehörigkeit zum Geschlecht, zum Kulturkreis? Wie konstruiert sich überhaupt unsere Identität im gesellschaftlichen Feld? Wer darüber zu bestimmen sich anmaßt, ergreift Macht. Meist ist es eine Macht, die den Anderen ausgrenzt, weil er nicht in das Muster der eigenen Identität
passt. Für die einen ist der Begriff der Identität daher ein Vehikel, um Diskriminierung zu rechtfertigen, für andere ist das Beharren auf einer besonderen, eben nicht universalen Identität der Weg, endlich als öffentliche Stimme gehört zu werden. Die Diskurse über Identität spalten unsere Gesellschaft und bieten doch zugleich die Möglichkeit, über Gleichberechtigung und Selbstbestimmung neu nachzudenken:
Grund genug, sie in unserer partizipativen Redenreihe DenkArt zu reflektieren.

Mit:
· Dr. Mithu Sanyal, Autorin

Moderation:
· Prof. Dr. Joachim Valentin

Kooperation:
· Hochschule für Musik und Darstellende Kunst
· Forschungsverbund Normative Ordnungen der Goethe-Universität Frankfurt
· Heinrich-Böll-Stiftung e.V., gefördert durch die Sebastian-Cobler-Stiftung für Bürgerrechte

Eintritt: 10 €, erm. 7 €
Sharon Dodua Otoo - Adas Raum
Wer ist diese Ada, von der Sharon Dodua Otoos Debütroman handelt? Ada ist viele. Sie ist eine junge Sklavin im Ghana des 15. Jahrhunderts, sie ist Ada Lovelace, Programmierpionierin des 19. Jahrhunderts, sie wird in einem KZ zur Prostitution gezwungen und sucht im Berlin der Gegenwart hochschwanger nach einer Wohnung. Otoos Adas sind schwarz und weiß, und was sie verbindet, ist das goldene Armband, das von Zeitebene zu Zeitebene weitergegeben wird. Und wer spricht im Roman? Nicht nur Ada, sondern auch ein Weltgeist, der mal die Perspektive eines Besens annimmt, mal Reisepass ist und mal Türklopfer.

Nach ihrem Siegtext beim Bachmannpreis 2016, bei dem es ein Frühstücksei war, das uns Herrn Gröttrup näherbrachte, legt Sharon Dodua Otoo mit "Adas Raum" nun auch auf der langen Strecke einen Text vor, der formal viel wagt. Über nahezu 600 Jahre spannt sie einen Erzählbogen, der bei aller Freude am Experiment und am Sprachspiel Verlaufslinien nachzeichnet von Gewalt und Rassismus, von Ungleichheit und Ohnmacht.

Moderation: Björn Jager

Sharon Dodua Otoo ist eine britisch-deutsche Autorin und politische Aktivistin. Im S. Fischer Verlag erschienen bisher die Novellen "die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle" und "Synchronicity" (2017) in deutscher Übersetzung. Mit ihrer Erzählung "Herr Gröttrup setzt sich hin" gewann sie 2016 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

Foto (c) Ralf Steinberger

18:45
Das (un)sichtbare Patriarchat - Mit Rebekka Endler und Nicole Seifert
Dass patriarchale Strukturen der Gleichberechtigung im Weg stehen, wissen wir nicht erst seit gestern. Das Ungleichgewicht bei der Entlohnung von Männern und Frauen oder bei der Aufteilung von Sorge- und Hausarbeit ist bekannt, Ungerechtigkeiten in anderen Bereichen bleiben jedoch häufig verborgen. Ob öffentlicher Raum, Medizin oder Teilhabe am Literaturbetrieb: Schieflagen finden sich überall. Herzinfarkte bei Frauen sind rar? Nein, aber sie weisen andere Symptome auf als bei Männern und werden daher seltener diagnostiziert. Öffentliche Toiletten? Während Pissoirs oft kostenlos nutzbar sind, fällt für die Kabinennutzung eine Gebühr an. Autorinnen? Publizieren nicht weniger Bücher, werden aber deutlich seltener besprochen – ganz davon abgesehen, dass Literatur auch sehr viel häufiger von männlichen Rezensenten besprochen wird.

In "Das Patriarchat der Dinge" und "Frauenliteratur" machen Rebekka Endler und Nicole Seifert Strukturen sichtbar, von denen man zwar wissen könnte, die aber im Verborgenen bleiben, wenn man nicht genau hinschaut. Die Autorinnen legen Finger in Wunden, und dass ihre Texte dabei durchaus Widerstand erzeugen, zeigt erst recht, wie wichtig sie sind.

Moderation: Sonja Eismann

Rebekka Endler arbeitet als Journalistin, Podcasterin und freie Autorin unter anderem für den Deutschlandfunk und den WDR. "Das Patriarchat der Dinge" (2021) ist ihr erstes Buch.

Nicole Seifert lebt in Hamburg, wo sie als Übersetzerin und Autorin arbeitet. Ihr Literaturblog Nacht und Tag, auf dem sie sich ausschließlich mit der Literatur von Frauen beschäftigt, wurde 2019 mit dem Buchblog Award des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Sonja Eismann lebt als freie Journalistin und Kulturwissenschaftlerin in Berlin und ist Mitgründerin, Mitherausgeberin und Redakteurin des Missy Magazine.

Fotos (c) Frederike Wetzels & Sabrina Adeline Nagel

Einlass: 20:45 Uhr
Doris Knecht - Die Nachricht
Vier Jahre nach dem Tod ihres Mannes lebt Ruth allein in dem Haus auf dem Land, wo die Familie einst glücklich war. Die Kinder haben längst ihr eigenes Leben, während Ruth das Alleinsein zu schätzen lernt. Bis sie eines Tages eine anonyme Messenger-Nachricht bekommt, von einer Person, die mehr über ihre Vergangenheit zu wissen scheint als Ruth selbst. Was zunächst wie eine Lappalie wirkt, entwickelt sich bald zu einer gefährlichen Machtprobe, denn die Nachrichten werden immer bedrohlicher, und bald sind auch Ruths Freunde und Kinder betroffen.

Doris Knechts erster Roman "Gruber geht" (2011) war für den Deutschen Buchpreis nominiert und wurde fürs Kino verfilmt. In ihrem neuen Roman "Die Nachricht" schreibt sie über familiäre Geheimnisse und die fatalen Folgen von Frauenverachtung und digitaler Gewalt – und erweist sich damit nach ihren letzten Romanen "Alles über Beziehungen" (2017) und "weg" (2019) einmal mehr als virtuose Skeptikerin zwischenmenschlicher Beziehungen.

Moderation: Lisa Straßberger

Doris Knecht lebt als Schriftstellerin und Kolumnistin in Wien. Im Rowohlt Verlag erschienen unter anderem ihr Debütroman Gruber geht (2011), Wald (2015), Alles über Beziehungen (2017) und weg (2020). Mit ihren Werken war sie mehrfach für Preise wie den Deutschen Buchpreis und den Österreichischen Buchpreis nominiert.

Lisa Straßberger ist seit 2006 Studienleiterin für Literatur an der Katholischen Akademie Rabanus Maurus in Frankfurt am Main.

Foto (c) Heribert Corn

Einlass: 20:15 Uhr
Wir und die Anderen – Exil. Fremdheit. Solidarität. Mit Asal Dardan und Shida Bazyar.
In seinem Roman "Warten auf die Barbaren" beschreibt J.M. Coetzee eine Gesellschaft, die aus Furcht vor dem vermeintlich Fremden letztlich zu dem wird, was sie fürchtet. Es ist diese verhängnisvolle Dynamik aus Angst und Othering, die Asal Dardan in ihren "Betrachtungen einer Barbarin" in der deutschen Gesellschaft aufdeckt. In einer Verschränkung aus Erlebtem und Gelesenem erzählt Dardan von antifaschistischen Widerstandskämpfer*innen und den NSU-Prozessen – und von ihrer eigenen Geschichte als Kind iranischer Eltern, den Erfahrungen des Exils und dem Rassismus, den sie als „Textur meines deutschen Lebens“ bezeichnet.

Dieselbe Textur hat auch das Leben der drei Protagonistinnen in Shida Bazyars Roman "Drei Kameradinnen". Saya, Hani und Kasih sind in derselben Siedlung aufgewachsen, sind geprägt von den Blicken der Anderen, von Ausgrenzung und Hass. Und als sie sich nach Jahren wiedertreffen, um alte Zeiten aufleben zu lassen, steht – auch in diesem Buch – der rechte Terror vor Gericht.

Mit beiden Autorinnen sprechen wir über Erfahrungen von Alltagsrassismus, Fremdheit und Exil – und über die Frage ob, und wie Literatur dazu beitragen kann, die Grenzen zu überwinden, die in der Gesellschaft immer wieder hochgezogen werden.

Moderation: Miryam Schellbach

Asal Dardan schreibt als Autorin unter anderem für die FAZ, ZEIT Online und die Berliner Zeitung. Für ihren Text "Neue Jahre" wurde sie 2020 mit dem Caroline-Schlegel-Preis für Essayistik ausgezeichnet. Mit "Betrachtungen einer Barbarin" war sie zuletzt für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert.

Shida Bazyar studierte in Hildesheim Literarisches Schreiben. Ihr Debüt "Nachts ist es leise in Teheran" (2017) wurde u.a. mit dem Bloggerpreis für Literatur, dem Ulla-Hahn-Autorenpreis und dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt.

Miryam Schellbach ist Lektorin in einem Frankfurter Wissenschaftsverlag, Redakteurin der Leipziger Literaturzeitschrift Edit und veröffentlicht Literaturkritiken in der FAZ und der taz.

Fotos (c) Sarah Berger & Tabea Treichel

Einlass: 20:45 Uhr
Unverschämt jüdisch - Mit Barbara Honigmann und Levi Israel Ufferfilge
Auch nach 1700 Jahren jüdischem Leben in Deutschland ist sichtbar gelebtes Judentum hierzulande alles andere als selbstverständlich. Wenn Levi Ufferfilge mit seiner Kippa aus dem Haus geht, ist er der Unwissenheit, dem Unverständnis und dem offenen Judenhass seiner Mitmenschen ausgesetzt. In "Nicht ohne meine Kippa!" erzählt er von kuriosen Begegnungen, antisemitischen Klischees und Bedrohungen, aber auch von dem Reichtum der jüdischen Kultur und der Kraft, die ihm sein Glaube gibt, um immer wieder zu seiner Identität zu stehen.

Barbara Honigmann erzählt in "Unverschämt jüdisch" in Reden und Essays von ihrer Jugend in Ost-Berlin, von ihren Eltern, die nach dem Krieg aus dem Exil zurückgekehrt sind, um den Auf-bau eines neuen Deutschlands zu unterstützen – und sie erzählt vor dem Hintergrund der deutschen Geistesgeschichte von ihrer eigenen Identität als Schriftstellerin, die sich aus einer ganz besonderen Konstellation ergibt: „Frau, Jüdin, Deutsche und dazu noch aus dem Osten.“

Mit Barbara Honigmann und Levi Ufferfilge sprechen zwei Menschen verschiedener Generationen mit denkbar unterschiedlichem Lebensweg darüber, was es heißt, jüdisch zu sein – sichtbar, selbstbewusst und im besten Sinne unverschämt.

Moderation: Christian Dinger

Barbara Honigmann wurde in Ost-Berlin geboren. Sie arbeitete als Dramaturgin und Regisseurin. Ihre Werke wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Heinrich-Kleist-Preis, dem Max-Frisch-Preis und dem Bremer Literaturpreis 2020.

Levi Israel Ufferfilge, geboren 1988 in Minden, promovierte über Meinungsbildung im jüdischen Recht und ist Schulleiter einer jüdischen Grundschule in Berlin. Über seine Erfahrungen als sichtbarer Jude schreibt er auf Twitter und Facebook.

Fotos (c) Peter-Andreas Hassiepen & Thomas Dashuber

Einlass: 18:45 Uhr
Das Sterben schreiben. Mit Gabriele von Arnim und Maren Wurster
Es heißt oft, der Tod sei das große Tabu unserer Gesellschaft. Vielleicht müsste es etwas präziser heißen: Das Sterben ist das Tabu. Genau davon erzählen Gabriele von Arnim in "Das Leben ist ein vorübergehender Zustand" und Maren Wurster in "Papa stirbt, Mama auch". Am Tag, als Gabriele von Arnim ihrem Mann sagt, dass sie ihn verlassen wird, erleidet dieser einen Schlaganfall, wenige Tage später einen zweiten. Maren Wursters Vater liegt mit einer schweren Krankheit auf der Intensivstation, ihre demente Mutter erkrankt kurz darauf im Pflegeheim an COVID. Zehn Jahre wird von Arnim ihren Mann pflegen, Wurster bleibt nur wenig Zeit.

Ganz offen beschreiben die Autorinnen die Zumutungen des Alltags und ihrer Lebensgeschichten, schreiben von Sucht, von Übergriffigkeit und immer auch von der Frage, was Würde ist. Halt gibt ihnen der Blick zurück – zu verstehen, warum jemand geworden ist, was er ist. Und zu verstehen, warum man für den Anderen tut, was man tut. So gelingt es ihnen, ungeschönt von den Härten des Verfalls und der Pflegearbeit zu erzählen und gleichzeitig auch immer von Liebe und Zuneigung.

Moderation: Julia Wolf

Maren Wurster studierte u.a. am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2017 erschien ihr Debütroman "Das Fell". Sie ist Teil des Autorinnen*kollektivs „Writing with CARE/RAGE“ und
erhielt neben anderen das Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds. Mit "Papa stirbt, Mama auch" stand sie auf der Shortlist des Wortmeldungen-Literaturpreises.

Gabriele von Arnim ist Journalistin, Moderatorin und Schriftstellerin. Als freie Journalistin arbeitete sie zehn Jahre in New York und danach für Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung, den BR, WDR und arte.

Julia Wolf hat für Theater und Film geschrieben und ihre eigenen Hörspiele fürs Radio inszeniert. 2015 debütierte sie bei der Frankfurter Verlagsanstalt mit "Alles ist jetzt", 2017 erschien
ihr zweiter Roman "Walter Nowak bleibt liegen", der für den Deutschen Buchpreis nominiert war.

Fotos (c) Paula Winkler & Ralf Hiemisch

Einlass: 18:45 Uhr
Gesellschaft in der Literatur. Mit Marion Poschmann, Kathrin Röggla & Leona Stahlmann.
Über die Frage, ob jeder literarische Akt auch ein politischer ist, ließe sich lange streiten. Dass jedoch ein Festival wie „stromern“, das im Rahmen zahlreicher Podien Themen unserer Gegenwart nachspürt, sich damit auseinandersetzen muss, wie gesellschaftliches Engagement und Literatur sich zueinander verhalten, steht außer Frage. Der beste Partner für einen solchen Abend? Die Crespo Foundation und der Wortmeldungen-Literaturpreis, der dezidiert gesellschaftspolitische Texte auszeichnet.

Kathrin Röggla (Preisträgerin 2020), Marion Poschmann (Preisträgerin 2021) und Leona Stahlmann (Förderpreis 2018/2019) sprechen mit Jan Wilm über das Spannungsfeld, in das man sich hineinbegibt, wenn Poetik und ihre ästhetischen Kategorien auf den Wunsch treffen, sich literarisch zu dem zu äußern, was in der Gesellschaft passiert.

Wortmeldungen – Der Literaturpreis für kritische Kurztexte wird von der Crespo Foundation ausgelobt. Er ist mit 35.000 Euro dotiert und wird jährlich für herausragende literarische Kurztexte verliehen, die in der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen den Nerv der Zeit treffen. Der mit 15.000 Euro dotierte Förderpreis soll junge Autor*innen motivieren, sich mit dem Thema des Gewinner*innentextes auseinanderzusetzen und eine eigene literarische Position zu formulieren.

Moderation: Jan Wilm

Leona Stahlmann arbeitet als freie Autorin, Journalistin und Literaturkritikerin in Hamburg. Sie wurde unter anderem mit dem Literaturförderpreis der Stadt Hamburg und dem Wortmeldungen-Förderpreis der Crespo Foundation für kritische Texte ausgezeichnet. Ihr Debütroman "Der Defekt" erschien 2020.

Marion Poschmann arbeitet als freie Schriftstellerin und schreibt Prosa und Lyrik. 2017 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, wurde ihre Arbeit u.a. mit dem Wortmeldungen-Literaturpreis für kritische Kurztexte ausgezeichnet.

Kathrin Röggla inszeniert seit mehreren Jahrzehnten Theaterstücke und Performances. Daneben schreibt sie Theatertexte, Hörspiele und Prosa. Ihre Werke wurden vielfach ausgezeichnet, so z.B. mit dem Solothurner Literaturpreis und dem Anton-Wildgans-Preis.

Jan Wilm ist Autor, Übersetzer und Literaturkritiker. 2016 erschien von ihm das Buch "The Slow Philosophy of J. M. Coetzee", 2019 der Roman "Winterjahrbuch".

Einlass: 20:45 Uhr
Matthias Nawrat - Reise nach Maine
Am Anfang steht der Sturz: Kaum in New York angekommen, rutscht die Mutter des Erzählers in der Airbnb-Wohnung aus und bricht sich die Nase. Der gemeinsame Urlaub in den USA könnte kaum schlechter beginnen, dabei stand die Reise schon vor dem Abflug unter einem schlechten Stern: Denn statt, wie geplant, nach der Woche im Big Apple alte Freunde zu besuchen, lässt die resolute Frau den Sohn wissen, dass sie mit ihm weiterreist, hoch bis nach Maine, an der Küste entlang. Aus den Plänen, die Einsamkeit zu genießen und am nächsten Buch zu arbeiten, wird also nichts.

Matthias Nawrat gelingt in seinem neuen Roman "Reise nach Maine" einmal mehr der Drahtseilakt, der schon sein bisheriges Werk auszeichnet: das Existenzielle im Alltäglichen zu fassen. Mit ungeheurem Gespür für den Witz und die Tragik des vermeintlich Banalen erzählt er vom gemeinsamen Urlaub eines erwachsenen Manns und seiner Mutter, in dem eine kaputte Nase das größte Abenteuer zu sein scheint. Auf dem Roadtrip aber erkennen die beiden, dass ihre Vergangenheit noch ganz andere Wunden geschlagen hat, nämlich jene, die sich in nahezu allen Familien finden: Sprachlosigkeit und das damit verbundene Geflecht aus unausgesprochenen Erwartungen, Wünschen und Enttäuschungen.

Moderation: Björn Jager

Matthias Nawrat ist ein deutscher Schriftsteller polnischer Herkunft. Sein 2012 veröffentlichter Debütroman "Wir zwei allein" erhielt den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. Sein Roman "Der traurige Gast" (2019) wurde u.a. für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. 2020 erhielt er den Literaturpreis der Europäischen Union.

Foto (c) Jürgen Bauer

Einlass: 20:45 Uhr
Yevgeniy Breyger - Gestohlene Luft
„Vergiss, was du tust, folge einem Gesang.“ Präziser lässt sich ein poetologischer Gedanke kaum in einen Vers packen: Denn nicht immer muss ein Text ein Narrativ verfolgen, schon gar nicht muss er gänzlich entschlüsselbar sein – manchmal strahlt er in Klang und Rhythmus eine Schönheit aus, die für sich allein Gültigkeit hat. Es ist nicht irgendein Gesang, dem wir im Gedichtband "Gestohlene Luft" folgen, sondern der von Yevgeniy Breyger, dem „Dichter der Königreiche und des Tages 8“ (so die Darmstädter Jury in ihrer Begründung zur Verleihung des Leonce-und-Lena-Preises). Klar in der Form, wildwüchsig in seiner Bilderwelt, mal im Ton der Verkündigung, mal zweifelnd werden in Breygers Gedichten Fragen ins Nichts gestellt, werden Königreiche heraufbeschworen und prophetische Ratschläge erteilt. Schöner lässt sich die Aufbruchstimmung eines Spätsommers nicht in Worte fassen: Vergessen wir, was wir tun, folgen wir einem Gesang.

Moderation: Beate Tröger

Yevgeniy Breyger studierte u.a. am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2016 erschien sein Debütband "Flüchtige Monde" bei kookbooks. Der Band wurde als eines der besten Lyrikdebüts des Jahres im Haus für Poesie gewürdigt. 2018 wurde er mit dem 2. Preis beim Lyrikpreis München und 2019 mit dem Leonce-und-Lena-Preis ausgezeichnet.

Beate Tröger ist Literaturkritikerin, u.a. für den SWR, DLF, FAZ, sowie Redakteurin des Kulturteils der Frankfurter Hefte. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt.

Foto (c) Gabriela Cuzepan

Einlass: 17:45 Uhr
Liebeserklärung an Unorte. Mit Charlotte Van den Broeck und Florian Werner.
Auf den ersten Blick haben die Wiener Staatsoper und die Raststätte Garbsen Nord absolut nichts gemeinsam. Hier der Prachtbau im Zentrum der österreichischen Hauptstadt, dort, nun, ein Asphalt- und Betonungetüm der 1950er Jahre in der Mitte der Republik zwischen A2 und A7, hier verbringt man Stunden mit Kunst, dort höchstens 15 Minuten zum Austreten und Auftanken. Was der gegenwärtige Blick aber außer Acht lässt: Auch die Staatsoper war vor gut 150 Jahren ein Unort – nicht prachtvoll genug, hieß es, und als die Ringstraße um das Gebäude herum während des Baus erhöht wurde, galt, oh weh!, die Oper auch noch als „versunkene Kiste“. Für einen der beiden Architekten war die Schmach so groß, dass er sich das Leben nahm.

Auf gleich dreizehn Orte des Scheiterns blickt Charlotte Van den Broeck in "Wagnisse", während Florian Werner in "Die Raststätte – Eine Liebeserklärung" anhand von Garbsen Nord das Wesen der deutschen Autobahnunorte zu fassen versucht. Bei allen Unterschieden von Parkplätzen und sich neigenden Kirchtürmen ist es ein ganz ähnlicher Zugriff auf die Gegenstände, der die Bücher verbindet. Mit groteskem Humor und Sinn für Details unternehmen Van den Broeck und Werner einen Ausflug in die Vergangenheit und verbinden diesen mit Reflexionen auf die jeweils eigene Biographie. Und nicht zuletzt gelingt es beiden, auch im Scheitern und im Mittelmaß Schönheit zu entdecken.

Moderation: Heinz Drügh

Florian Werner ist promovierter Literaturwissenschaftler. Seine Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach prämiert, z.B. mit dem Preis Wissenschaftsbuch des Jahres und dem Literaturpreis Umwelt des Landes Brandenburg.

Charlotte Van den Broeck studierte Englische und Deutsche Literatur und Verbal Arts am Konservatorium Antwerpen. 2015 erschien der erste Gedichtband "Kameleon", der mit dem flämischen Herman-de-Coninck-Preis als bestes Debüt des Jahres ausgezeichnet wurde. "Wagnisse" wurde nach Erscheinen begeistert aufgenommen und stieg sofort in die Bestsellerliste ein.

Heinz Drügh ist Professor für Neuere Deutsche Literatur und Ästhetik an der Goethe-Universität Frankfurt.

Fotos (c) Christian Werner & Koen Broos

Einlass: 20:45 Uhr
Klasse & Kampf. Mit Anke Stelling und Francis Seeck.
Klassenkampf – wenige politische Begriffe hören sich so aus der Zeit gefallen an wie dieser. Er klingt nach bärtigen Gesellschaftsphilosophen des 19. oder den Arbeiter- und Bauernstaatsideen des 20. Jahrhunderts. Aber im 21. Jahrhundert, so meinen nicht wenige, haben wir „Klasse“ doch längst überwunden: Nie sei eine Gesellschaft so durchlässig für Aufstieg gewesen wie heute. Stimmt das aber? Ist die Reise vom Tellerwäscher, wenn nicht zum Millionär, so doch wenigstens zur Anstellung im öffentlichen Dienst heute einfacher? Und wenn ein System durchlässig ist, gilt das dann nur für den Aufstieg – oder rutscht es sich auch leichter nach unten?

Die Anthologie "Klasse & Kampf" versammelt 14 Texte von Autor*innen, die der Frage nachgehen, ob wirklich alle die gleichen Chancen bekommen in unserer Gesellschaft. Sie erzählen von Herkunft und Scham, von Ausgrenzung, weil man nicht dem richtigen Milieu zugehört, von struktureller Diskriminierung und den Privilegien anderer. Mit Anke Stelling und Francis Seeck stellen wir zwei dieser Stimmen vor.

Moderation: Benjamin Pfeifer

Anke Stelling studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Einige ihrer Veröffentlichungen der letzten Jahre sind "Bodentiefe Fenster" (2015), "Fürsorge" (2017), "Schäfchen im Trockenen" (2018)
und der Erzählband "Grundlagenforschung" (2020). Ausgezeichnet wurde ihre Arbeit u.a. mit dem Melusine-Huss-Preis 2015 und dem Preis der Leipziger Buchmesse 2019.

Francis Seeck ist Geschlechterforscher*in und Kulturanthropolog*in und arbeitet zu den Themen Sorgearbeit, Klassismus und geschlechtliche Vielfalt. Francis Seeck promovierte 2021 an der Humboldt Universität und arbeitet aktuell als Vertretungsprofessor*in für Sozialarbeitswissenschaft an der Hochschule Neubrandenburg.

Benjamin Pfeifer arbeitet als Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen zum Themenkreis Stadt, Raum und Gesellschaft.

Fotos (c) Havanna Skriva & privat

Einlass: 18:45 Uhr
Angela Lehner - 2001
Restmüll, so werden Julia und ihre Crew genannt, allesamt Jugendliche, die selbst in der Hauptschule nicht hinterherkommen. Nichts könnte ihnen aber so egal sein wie Zuschreibungen aus der Dorfgemeinschaft. Man schreibt das Jahr 2001, und an so etwas wie eine Zukunft glaubt Julia längst nicht mehr: Die Eltern sind genauso abwesend wie Ausbildungsplätze im Bergkaff und daran wird auch der Euro nichts ändern. Stattdessen gibt es nur das Jetzt, und das will gefeiert werden: auf Festen, in Dorfclubs, mit Alkohol – Hauptsache gemeinsam. Dann aber schlägt ein Lehrer ein Rollenspiel vor: Jeder zieht einen Zettel mit dem Namen einer Persönlichkeit der Zeitgeschichte und muss fortan in deren Haut leben, ohne den anderen zu verraten, wen man verkörpert. Und plötzlich geraten Gewissheiten ins Wanken.

Angela Lehners Erstling "Vater unser" wurde 2019 als eines der originellsten Debüts der letzten Jahre gefeiert und vielfach ausgezeichnet. Mit "2001" legt sie jetzt einen zweiten Roman vor, der genauso schwer in Genreschubladen zu stecken ist wie sein Vorgänger: Es ist ein Provinzroman, eine Coming of Age-Geschichte und ein Buch darüber, wie sich politische Radikalität in unseren Alltag schleicht.

Moderation: Malte Kleinjung

Angela Lehner wuchs in Osttirol auf und studierte Komparatistik in Wien, Maynooth und Erlangen. Ihr Debüt "Vater unser" (2019) wurde mehrfach prämiert, so z.B. mit dem Franz-Tumler-Literaturpreis, dem Österreichischen Buchpreis für das beste Debüt und dem Rauriser Literaturpreis 2020.

Malte Kleinjung ist Literaturwissenschaftler und seit 2020 für das Literaturhaus Lettrétage in Berlin tätig. Von 2016 bis 2020 war er Mitarbeiter am Hessischen Literaturforum im Mousonturm e.V.

Foto (c) Paula Winkler

Einlass: 19:45 Uhr
Felicitas Hoppe - Die Nibelungen. Ein deutscher Stummfilm.
Drachen, Zwerge und Gold: Sie denken an Tolkien? Weit gefehlt! Um Drachentöter und Blutbäder (im doppelten Wortsinne) ging es schon viele hundert Jahre zuvor in den Nibelungen. Und was für ein Stoff das ist: Ein unermesslicher Schatz, eine Liebe, Ränkespiele und Mord. Boy meets Girl, könnte man meinen, als Siegfried auf Kriemhild trifft, und wie immer wird alles kompliziert, sowie ein Dritter auf den Plan tritt: Hagen, Held mit Hang zur Verschlagenheit, der wiederum Brünhild rächen will, die sich von Siegfried hintergangen fühlt.

Beginnend im hohen Norden verläuft die Geschichte entlang des Rheins und der Donau und endet am Schwarzen Meer – voilá, sagt Felicitas Hoppe, ein ganz Europa umspannendes Heldenepos. Und weil heute niemand sagen kann, wie sich die Dinge damals ganz genau zugetragen haben, nimmt die Büchnerpreisträgerin von 2012 die Sache selbst in die Hand und fabuliert, wie nur Hoppe es kann: poetisch, politisch, absurd.

Moderation: Carsten Otte

Felicitas Hoppe lebt als Schriftstellerin in Berlin. 1996 erschien ihr Debüt "Picknick der Friseure". Nach zahlreichen weiteren Veröffentlichungen erschien zuletzt 2018 der Roman "Prawda. Eine amerikanische Reise". Für ihr Werk wurde Felicitas Hoppe mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Bremer Literaturpreis und dem Georg-Büchner-Preis.

Carsten Otte lebt als Literaturkritiker und Rundfunkredakteur in Baden-Baden. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter Romane, Essays und ein Kinderbuch.

Foto (c) Anita Affentranger

Einlass: 18:45 Uhr
Ferdinand Schmalz - Mein Lieblingstier heißt Winter
Dass die österreichische Kultur eine besondere Beziehung zum Thema ‚Tod‘ hat, ist bekannt. In diese Tradition humorvoller Leichenprosa reiht sich Ferdinand Schmalz mit seinem Roman "Mein Lieblingstier heißt Winter" auf ganz besondere Weise ein. Sein Protagonist, der Wiener Tiefkühllieferant Franz Schlicht, der sich selbst als „wüsten Charakter“ sieht, bekommt eines heißen Sommertags einen skurrilen Auftrag: Sein Kunde Doktor Schauer will sich zum Sterben in eine Tiefkühltruhe legen und Schlicht soll den gefrorenen Körper auf eine Lichtung verfrachten. Zum vereinbarten Zeitpunkt ist die Tiefkühltruhe jedoch leer, und Schlicht begibt sich auf eine höchst ungewöhnliche Suche nach der gefrorenen Leiche. Dabei begegnet er der Tatortreinigerin Schimmelteufel, einem Ingenieur, der sich selbst eingemauert hat, und einem Ministerialrat, der Nazi-Weihnachtsschmuck sammelt.

2017 gewann Ferdinand Schmalz mit einem Auszug aus diesem Roman den Ingeborg-Bachmann-Preis. Nun liegt das Buch in voller Länge vor und glänzt vor sprachlichem Eigensinn und einer schalkhaften Freude am Grotesken.

Moderation: Jan Wiele

Ferdinand Schmalz studierte Theaterwissenschaft und Philosophie in Wien. Für seine Theaterstücke, die u.a. am Burgtheater und am Deutschen Theater Berlin uraufgeführt wurden, erhielt er zahlreiche Preise. 2017 wurde er für einen Auszug aus "Mein Lieblingstier heißt Winter" mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet.

Jan Wiele ist seit 2015 Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit den Schwerpunkten Literatur und Popmusik.

Foto (c) Apollonia T Bitzan

Einlass: 16:45 Uhr
Der forschende Blick. Mit Mara-Daria Cojocaru und Eva Maria Leuenberger.
Die Sprache der Lyrik ist auch eine Sprache der Wissenschaft. Das klingt jetzt vielleicht nach einer kühnen Behauptung, aber immerhin geht es in beiden Bereichen um die größtmögliche Präzision. Dass ein Lyrikband auch als Forschungstagebuch daherkommen kann, beweist Mara-Daria Cojocaru mit ihrem "Buch der Bestimmungen". Darin begleiten wir das lyrische Ich rund um die Welt, den forschenden Blick vor allem auf die Tierwelt gerichtet, und beobachten so beispielsweise einen Dachs (Meles meles) als Grenzgänger zwischen Religion und Physik auf dem Weg ins Priesterseminar oder einen Fuchs (Vulpes vulpes), der sich des Nachts seinen Weg zwischen den Liebenden bahnt.

Kein Forschungstagebuch, sondern ein kunstvoll verwobener Diskursteppich aus Zitaten und poetischer Reflexion ist Eva Maria Leuenbergers "kyung". Ihre Texte kreisen um den Körper, das Frausein und die Performancekünstlerin und postkoloniale Avantgardistin Theresa Hak Kyung Cha – und sind gleichzeitig eigenständiges Sprachkunstwerk und Sekundärpoesie. Beide Bände beweisen eindrucksvoll, wie Wissensdrang und sprachliche Schönheit miteinander vereint werden können.

Moderation: Beate Tröger

Eva Maria Leuenberger studierte an der Universität Bern sowie an der Hochschule der Künste Bern. 2020 wurde "dekarnation" – als erstes Lyrikdebüt – mit dem Basler Lyrikpreis ausgezeichnet. Außerdem wurde Eva Maria Leuenberger der Literaturpreis des Kantons Bern 2020, der Orphil-Debütpreis 2020 der Stadt Wiesbaden und der PoesieDebütPreis Düsseldorf zugesprochen.

Mara-Daria Cojocaru studierte Politik- und Theaterwissenschaft, Recht und Philosophie. Heute lehrt sie Praktische Philosophie als Dozentin an der Hochschule für Philosophie München SJ und forscht zum philosophischen Pragmatismus und zur Tierphilosophie. 2021 wurde sie mit dem Deutschen Preis für Nature Writing ausgezeichnet.

Beate Tröger ist Literaturkritikerin, u.a. für den SWR, DLF, FAZ, sowie Redakteurin des Kulturteils der Frankfurter Hefte. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt.


Fotos (c) Anja Fonseka & privat

Einlass: 14:45 Uhr
Zukunft der Arbeit nach Corona
Die Coronakrise birgt auch arbeitspolitische Chancen: Home Office, faire Lieferketten, Viertagewoche, Sorgearbeit vor Industriearbeit, erweiterte Arbeitnehmer*rechte, Wirtschaftsdemokratie, Aufwertung der Pflege, digitalisiertes Arbeiten, Grundeinkommen, nachhaltig-tariflich gesicherte Arbeit statt prekäre Ausbeutung, wie zum Beispiel in der Fleischindustrie. Der Corona-Kapitalismus ist kein Schicksal. Es braucht eine demokratische Offensive in der Arbeitswelt, die die Chancen einer deutlichen Stärkung der Mitbestimmung der Beschäftigten umsetzt. Mehr soziale Sicherheit und Solidarität sind gefragt, gerechtere Besteuerung von Kapital und Arbeit und ein Ausbau des Genossenschaftswesens. Bei all dem kann ein christliches Menschenbild Orientierung geben, die die christliche Gesellschaftsethik bietet: Der Mensch ist und bleibt ein soziales Wesen.

Mit:
· Dr. Detlef Gerst, Industriegewerkschaft IG Metall Bundesvorstand
· Simon Reiners, Nell-Breuning-Institut an der PTH Sankt Georgen
· Prof. Dr. Ansgar Kreutzer, Theologe, Universität Giessen
· Dr. Achim Kessler, MdB, Die Linke
· Kaweh Mansoori, SPD
· Konrad Nagel-Strotmann, KAB-Paderborn
· Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V, Frankfurt
· Axel Kaufmann, CDU
· Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, MdB, Bündnis 90/Die Grünen

Kooperation:
· Katholische Arbeitnehmer- Bewegung im Bistum Limburg (KAB)

Eintritt: 15 €, erm. 10 €