Peng Peng Parker - Nora Gomringer und Philipp Scholz

Montag, 25.03.2019
um 19:30 Uhr

Literaturhaus Stuttgart
Breitscheidstr. 4
70174 Stuttgart


Tickets
ab 15,00 €




Lesung & Konzert

Dorothy Parker war eine vielschichtige Frau: Dich¬terin, Geliebte, Werbetexterin und Oscar-Nominee. Niemand hat so seufzend, so verlachend über die Liebe und das Rangeln zwischen den Geschlechtern geschrieben wie sie und uns dabei gleichzeitig Karikaturen und fein linierte Portraits der Boulevardlöwen und -löwinnen ihrer Zeit hinterlassen, mal zart und mal hart. Ein New York der 1920er Jahre ohne diese Ikone ist undenkbar. Aus der Fülle von Parkers Spott-, Humor- und Liebesgedichten für Kollegen, Hunde und Männer haben Gomringer & Scholz erstaunliche Songs geschaffen. Melodiös und rhythmisch, witzig und eigen weicht das Duo jenes Schwarzweiß alter Fotos und klingender Pianotasten auf zu Melodien, die schon lange zwischen den Zeilen stehen. Das englische Original wie auch die wunderbaren Übersetzungen durch Ulrich Blumenbach – »Denn mein Herz ist frisch gebrochen«, Dörlemann Verlag 2017 – werden dabei zu gleichen Teilen erklingen. Zuletzt erschien von Nora Gomringer der Band "Mein Gedicht fragt nicht lange reloaded" (2015). Für das Goethe Institut und Pro Helvetia reist sie um die (Literatur-)Welt; sie war Poetikdozentin an den Universitäten Koblenz-Landau, Sheffield und Kiel und erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u.a. den Ingeborg-Bachmann-Preis 2015. Philipp Scholz, geboren 1990, ist Jazz-Schlagzeuger und lebt in Leipzig. Er spielt in zahlreichen Bands und Formationen, mit denen er mehrfach ausgezeichnet wurde, zuletzt gewann seine Band PLOT den Jungen Münchner Jazzpreis 2014.

Eintritt: 15,-/12,-/7,50 Euro

weitere Termine

Ich bin nun mal fürs Kleine - Anne-Dore Krohn und Denis Scheck feiern Theodor Fontane
Literarische Revue

Am 30. Dezember 2019 begeht die literarische Republik Theodor Fontanes 200. Geburtstag, die Jubelfeierlichkeiten haben längst begonnen. Auch die Literaturkritiker Anne-Dore Krohn und Denis Scheck feiern Theodor Fontane und stellen ihn als Autor vor, der in seinen Büchern vor allem auch die politischen und gesellschaftlichen Kräfte seiner Zeit und Gesellschaft spiegelt. Dafür erfindet er Figuren, so lebensnah und psychologisch glaubwürdig, dass sie uns ein Leserleben lang begleiten: Von Effi Briest und Dubslav von Stechlin bis zu Jenny Treibel oder Schach von Wuthenow. In ihrer mitreißenden literarischen Revue zeigen Krohn und Scheck Theodor Fontane in seiner Komplexität und seinen Widersprüchen: den Barrikadenkämpfer von 1848 und den Wendehals wenige Jahre später, der sich als „Fronarbeiter mit dem Geiste“ bei der erzreaktionären Kreuzzeitung verdingt. Den Fontane, der seine geistreiche Frau Emilie und sämtliche Familienmitglieder in seinen „Romanschriftstellerladen“ einspannt, genau wie den Balladendichter und den Militärschriftsteller, nicht zu vergessen den Wanderer in Schottland und der Mark Brandenburg. Auch der Antisemitismus des alten Fontane wird thematisiert – und die am Ende des Zweiten Weltkriegs verlorenen Manuskripte Fontanes, die so etwas wie das Bernsteinzimmer der deutschen Literaturgeschichte darstellen.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,- €
Groß-/Väter - Barbara Honigmann und Géraldine Schwarz
Moderation: Elisabeth Edl

In der Reihe "Karambolagen" legen wir es auf Reibung an: Das Aufeinanderprallen von Meinungen, Sichtweisen, Weltverständnissen ist zwingender Bestandteil beweglicher Gesellschaften. Darauf aufbauend laden wir in insgesamt acht Folgen jeweils zwei deutsch-französische Gäste ein, die einen kurzen Text zum Thema des Abends verfassen oder eine Passage aus dem jeweils jüngsten Buch lesen. Am 25. Juni bitten wir unter dem Titel „Groß-/Väter“ zwei Autorinnen auf die Bühne, die beide literarisch ihre Familiengeschichte aufarbeiten: Barbara Honigmann schreibt mit ihrem jüngsten und vielfach gelobten Roman „Georg“ die Biografie ihres Vaters, und Géraldine Schwarz geht in ihrem preisgekrönten Werk „Die Gedächtnislosen“ ihrer Familiengeschichte über drei Generationen nach. Beide Bücher erzählen dabei auch auf sehr verschiedene Weise von Europa im 20. Und 21. Jahrhundert, von den Kriegen bis heute, und zeigen, wie sehr die Erinnerungsarbeit wesentlicher Bestandteil für die Zukunft eines demokratischen Europas ist. Barbara Honigmann, 1949 in Ost-Berlin geboren, zog 1984 mit der Familie nach Straßburg, wo sie noch heute lebt. Honigmanns Werk wurde mit zahlreichen Preisen, u.a. mit dem Heinrich-Kleist-Preis ausgezeichnet. Géraldine Schwarz ist eine deutsch-französische Journalistin und Dokumentarfilmerin. „Die Gedächtnislosen“ wurde von Christian Ruzicska ins Deutsche übertragen und erscheint derzeit in sieben weitere Sprachen.

Eine Kooperation von Literaturhaus Stuttgart und Institut français, gefördert von der Dr. Karl Eisele und Elisabeth Eisele Stiftung.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,-
Heimat - Nora Krug
Vortrag und Gespräch
Moderation: Anat Feinberg

"Ich hätte das Buch nie geschrieben, wenn ich nicht weggegangen wäre." Nora Krug

Die Arbeit an dem Buch hat sie sechs Jahre lang beschäftigt: zwei für die Recherche, zwei für die Geschichte, zwei für die Gestaltung. Sie selbst nennt das Buch ´graphic memoir´, gezeichnete Erinnerungen. Diese besondere Form macht es ihr möglich, "sich über die individuelle Graphik vom dokumentierten Schrecken der deutschen Zeitgeschichte zu lösen, diese zugleich aber zu einer persönlichen Angelegenheit zu machen: zum Familienalbum, in dem das Zeichnen für Nora Krug ein Akt der Empathie ist, ohne sich jedoch Mythen oder Beschönigungen kritiklos auszuliefern", so Andreas Platthaus in der FAZ. So wird ihr ´graphic memoir´ zur Bestandsaufnahme nicht nur der Familiengeschichte, sondern fragt auch nach den Bedingungen jeglichen Erzählens über Herkunft. Wie kann man verstehen, wer man ist, wenn man nicht weiß, woher man kommt? Die preisgekrönte und in Karlsruhe geborene Autorin und Illustratorin Nora Krug lebt seit über 17 Jahren in New York, ist verheiratet mit einem amerikanischen Juden und begibt sich auf Spurensuche: Was hatte Großvaters Fahrschule mit dem jüdischen Unternehmer zu tun, dessen Chauffeur er vor dem Krieg gewesen war? Und was sagen die mit Hakenkreuzen dekorierten Schulaufsätze über ihren Onkel, der mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg fiel? "Heimat" ist ein großes Erinnerungskunstwerk, in dem Familiengeschichte auf Zeitgeschichte trifft.

In Zusammenarbeit mit dem forum für jüdische kultur und bildung e.V.

Eintritt: 10,-/8,-/5,- Euro
Heimat. Kann die weg? - Muhterem Aras und Hermann Bausinger
Buchpremiere
Lesung und Gespräch
Moderation: Nicole Köster

Zwei bedeutende Persönlichkeiten kommen ins Gespräch über einen strapazierten wie umstrittenen Begriff: Heimat. Muhterem Aras, baden-württembergische Landtagspräsidentin, und Hermann Bausinger, emeritierter Professor für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen, diskutieren über die Bedeutung von Heimat in einer Gesellschaft der Vielfalt. Sie sprechen über Akzeptanz und Gefühle, über Verschiedenheiten und Zugehörigkeiten, über die Bedeutung des Grundgesetzes als Fundament, über Demokratie und Parlamentarismus – und über Zusammenhalt. Muhterem Aras, 1966 als alevitische Kurdin in Elmaağaç bei Bingöl, Türkei, geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften, war Steuerberaterin und Abgeordnete im Landtag von Baden-Württemberg für Bündnis 90/Die Grünen. Seit 2016 ist sie Landtagspräsidentin und bekleidet als erste Frau dieses Amt. Hermann Bausinger, 1926 in Aalen geboren, ist emeritierter Professor der Universität Tübingen und war viele Jahre Direktor des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehört u.a. auch der Band »Eine schwäbische Literaturgeschichte«. Im Verlag Klöpfer, Narr erscheint im Juni 2019 der Band von Muhterem Aras und Hermann Bausinger unter dem Titel „Heimat. Kann die weg? Ein Gespräch“, eingeleitet und moderiert von Reinhold Weber.

Eintritt: Euro 10,-/8,-/5,-
Michael Ende: Jim Knopf und die unendliche Geschichte - Ulrike Draesner und John von Düffel
Klassiker der Literaturgeschichte Spezial
Gespräch
Moderation: Anja Brockert
Poetische Interventionen: Timo Brunke

Jim Knopf, Lukas, der Lokomotivführer und Momo: Diese und viele andere bekannte Figuren stammen aus der Feder des Schriftstellers Michael Ende und begeistern seit jeher Generationen von Kindern und Jugendlichen. Doch Ende war nicht nur Autor phantastischer Kinderliteratur; er schrieb ebenso Bücher für Erwachsene, Gedichte, Theaterstücke sowie poetische Bilderbuchtexte. Der schriftstellerische Durchbruch gelang ihm jedoch mit Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, für den er 1961 den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt. Diese Geschichte hat es bis ins Fernsehen und 2018 sogar ins Kino geschafft. Für alle Michael Ende Fans gab es jüngst eine neue Veröffentlichung zu feiern: Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe erschien in diesem Jahr; Wieland Freund hat das Romanfragment von Michael Ende fertig gestellt. Im Gespräch mit der Lyrikerin, Essayistin und Prosaautorin Ulrike Draesner und dem Dramaturgen und Autoren John von Düffel wird es vor allem um Die unendliche Geschichte sowie um die Abenteuer von Jim Knopf gehen: Wir reisen nochmal gemeinsam mit Bastian Balthasar Bux nach Phantásien, fahren mit der Lokomotive Emma durch Lummerland, treffen Fuchur, den Glücksdrachen und Prinzessin Li Si, und erfahren, wie Menschlichkeit Verwandlung bedingt und umgekehrt aus Verwandlungsfähigkeit Menschlichkeit erwächst.

Eine Veranstaltungsreihe von: LpZ Stuttgart und SWR2 Wissen

Eintritt: 10,-/ 8,-/ 5,- €

Gefördert vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
Sendbo-o-te - Yoko Tawada
Moderation: Katharina Borchardt

„Die Grenzen der Sprache sind die Grenzen der Welt, meinte Wittgenstein. Die in Deutschland und Japan ansässige Yoko Tawada macht genau daraus einen Roman.“ Loreen Dalski, SWR 2

Alle ihre Bücher spielen mit dem „Zwischen“, zwischen den Sprachen, den Kulturen, zwischen heute, der Vergangenheit und der Zukunft. Sie schreibe, als könnte man zugleich hellwach sein und träumen. In Stuttgart stellt Yoko Tawada nun ihren neuen Roman vor: Nach einer Katastrophe hat Japan alle Verbindungen zur Außenwelt gekappt. Yoshiro kümmert sich mit großer Liebe um seinen Urenkel Mumey. Die Kinder in dieser Zeit werden krank geboren, ihr Leben hängt am seidenen Faden, zugleich sind sie weise und fröhlich und tragen Zuversicht in sich. Die Uralten leben immer länger, viele Tiere gibt es nicht mehr, Pflanzen mutieren, auch die Menschen. Als der Alltag zunehmend schwieriger wird, versucht eine geheime Organisation, ausgewählte Kinder als "Sendboten" zu Forschungszwecken ins Ausland zu schmuggeln. Die Nähe zu Fukushima und die historische Anspielung auf die Edo-Zeit im 17. und 18. Jahrhundert, in der sich Japan weitgehend von der Umwelt isoliert hat, verleihen dieser literarischen Dystopie von Tawada einen erschreckenden Realitätsbezug. Yoko Tawada, 1960 geboren in Tokyo, lebt seit 1982 in Deutschland. Sie schreibt auf Japanisch und auf Deutsch, wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt u.a. mit dem Kleist-Preis (2016) und der Carl-Zuckmayer-Medaille (2018). Die englische Übersetzung von Sendbo-o-te erhielt den National Book Award 2018 (Translated Literatur). „Sendbo-o-te“ wurde von Peter Pörtner ins Deutsche übertragen.

In Zusammenarbeit mit der deutsch-Japanische-Gesellschaft Baden-Württemberg e.V.
Unter Sternen: Neue Poesie und ihre Wahlverwandtschaften - Oswald Egger und Ulf Stolterfoht
Lesung, Gespräch und Orgelmusik
Moderation: Theresia Prammer
An der Orgel: Michael Sattelberger

„Unter Sternen“ verbindet strahlende Schönheiten zeitgenössischer Poesie mit ihren leuchtenden Vorfahren der Literaturgeschichte. Zeitgenössische Dichter*innen entwickeln in ihren Texten Klang- und Bildlandschaften, die immer auch schimmernde, leuchtende Anleihen aus der Literaturgeschichte sichtbar, hörbar werden lassen. Im Late-Night-Sommerformat „Unter Sternen“ greifen wir diese Landschaft der lyrischen Resonanzen auf und verbinden Lesungen aktueller Texte mit alten Texten, auf die sie sich beziehen. In diesem Jahr sind die Dichter Ulf Stolterfoht und Oswald Egger zu Gast. Ulf Stolterfoht wurde 1963 in Stuttgart geboren, lebt seit 1994 als Schriftsteller und Übersetzer in Berlin, ist als Dozent an zahlreichen Universitäten und Schreibinstituten tätig und wurde vielfach für sein Werk ausgezeichnet, unter anderem mit dem Peter-Huchel-Preis. Ulf Stolterfoht war einige Jahre Verleger des aufsehenerregenden Verlags BRUETERICH PRESS: "Schwierige Lyrik zu einem sehr hohen Preis". Zuletzt erschien sein Gedichtband „fachsprachen XXXVII-XLV“ im Kookbooks Verlag. Oswald Egger wurde 1963 in Lana/Südtirol geboren. Seine Prosa und Gedichte wurden in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u.a. ebenfalls mit dem Peter-Huchel-Preis. Seit 2011 ist er Professor für Sprache und Gestalt an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Oswald Egger lebt auf der Raketenstation Hombroich. Zuletzt erschien sein – auch selbstgestalteter – Band „Triumpf der Farben“ im Lilienfeld Verlag.

Eine Kooperation des Literaturhauses Stuttgart mit der Evangelischen Kirche in der City
Außer Haus! Hospitalkirche / Hospitalhof Büchsenstraße 33, Stuttgart
Manaraga: Book’n‘Grill & Die Zukunft ist Geschichte - Vladimir Sorokin & Masha Gessen
Lesungen, Gespräche und Barbecue
Freitag, 19.7. 2019, 19.00 – 20.00 Uhr
Manaraga: Book’n‘Grill
Vladimir Sorokin
Moderation: Aleksej Khairetdinov
Lesestimme: Sebastian Röhrle

In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts werden Bücher nicht mehr gelesen, geschweige denn neu gedruckt, sie dienen als Brennmaterial für die Zubereitung exklusiver Speisen. Book’n‘Grill heißt der
neue Trend und Chefkoch Geza ist sein Hohepriester. Stör-Schaschlik über Dostojewskis „Der Idiot“ oder Schnitzel über Arthur Schnitzler, mit diesen und anderen Kreationen begeistert er seine zahlungskräftige Klientel. Doch was Erfolg hat, findet auch Nachahmer und so sieht sich Geza plötzlich vor unerwartete Probleme gestellt. Sorokins neues Buch ist ein Romanfeuerwerk
voll absurder Einfälle und beißender Gesellschaftskritik. Vladimir Sorokin, geboren 1955, gilt als der bedeutendste zeitgenössische Schriftsteller Russlands. Er wurde bekannt mit Werken wie »Die Schlange«, »Marinas dreißigste Liebe«, »Der himmelblaue Speck« und »Der Schneesturm«. Zuletzt erschien von ihm der große polyphone Roman »Telluria«. Sorokin ist einer der schärfsten Kritiker der politischen Eliten Russlands und sieht sich regelmäßig Angriffen regimetreuer Gruppen ausgesetzt.

Kurze Pause

20.30 Uhr
Die Zukunft ist Geschichte
Masha Gessen
Moderation: Katharina Raabe (angefragt)
Lesestimme: Sebastian Röhrle

Für ihr Buch „Die Zukunft ist Geschichte - Wie Russland die Freiheit gewann und verlor“ erhielt sie den National Book Award 2017 und den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2019: Masha Gessens herausragendes Russland-Buch ist nicht nur fesselnd wie ein Gesellschaftsroman, sondern vor allem angetrieben von dem leidenschaftlichen Wunsch zu verstehen, warum ein Land, das in einem ungeheuren Kraftakt seine lähmenden Machtstrukturen abschütteln konnte, zu einem autoritär geführten Staat mit neoimperialen Zügen geworden ist und heute unter Bevormundung und Repression leidet. Im Zentrum stehen vier Menschen der Generation 1984. Sie kamen in die Schule, als die Sowjetunion zerfiel, und wurden unter Präsident Putin erwachsen. Dazu gehören junge Menschen aus unterschiedlichen sozialen und familiären Verhältnissen wie Zhanna, deren Vater Boris Nemzow, ein prominenter Reformer, mitten in Moskau erschossen wurde. Oder Ljoscha, der als schwuler Dozent seine Stelle an der Uni Perm verliert. Die große Erzählung von Aufbrüchen und gescheiterten Hoffnungen der Jungen wird flankiert von den Bildungsgeschichten des liberalen Soziologen Lew Gudkow, der Psychoanalytikerin Marina Arutjunjan und des rechtsnationalistischen Philosophen Alexander Dugin. Ins Deutsche übertragen wurde der Text von Anselm Bühling. Masha Gessen, geboren 1967 in Moskau, wurde mit Büchern wie „Der Mann ohne Gesicht: Wladimir Putin. Eine Enthüllung“ (2012) bekannt. Sie schreibt für das Magazin „The New Yorker“, lehrt am Amherst College und lebt in New York.

Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Eventdaten bereitgestellt von: Reservix