Dienstag, 20.11.2018

Kabarett ab 28,00 €
Bernd Stelter mit Kabuff-Orchester - "Wer Lieder singt, braucht keinen Therapeuten"
20.11.2018 in Remchingen

Es gibt Comedians, die einen Schenkelklopfer nach dem anderen ins Publikum feuern.
Kabarettisten, die tiefgründig Ursachenforschung betreiben und nicht selten ein
Sammelsurium aus Schmunzeln, Lachen und Schweigen ernten. Und es gibt Bernd
Stelter.
Bernd Stelter auf eine Rolle festzunageln, wird nicht gelingen. Klar macht er Kabarett –
aber nicht nur. Denn er ist ein Mann, der sich in keine Schublade einordnen lässt. Und
sein neuestes Programm „Wer Lieder singt, braucht keinen Therapeuten“ unterstreicht
erneut seine Qualitäten, eben auch als facettenreicher Liedermacher.
Stelter gehört zu einer Gilde detailverliebter Bühnengrößen, der das Leben aufsaugt und
stilsicher in seinen Stoffen verarbeitet. „Ich glaube, ein Kabarettist und Liedermacher
geht vielleicht mit sehr offenen Augen durch die Welt. Und ich habe immer meine kleine,
schwarze, ledergebundene Kladde dabei“, berichtet Bernd Stelter, der in seinem
Programm „Wer Lieder singt, braucht keinen Therapeuten“ vor allem eines ist –
authentisch.
Das Programm überzeugt neben amüsantem Storytelling wie beispielsweise in „Schatz,
du kannst Gedanken lesen“ oder „Der langsame Jogger vom Rhein“ auch mit besonders
nachdenklichen Momenten, die einmal mehr das Motto des Abends hervorheben – allem
voran steht der Titel „Ein Leben lang“, in dem er auf einfühlsame Weise den Tod seiner
Eltern verarbeitet.
Er selbst bezeichnet sich als Genießer-Spießer. Genuss erfährt er vor allem beim
Musizieren und Texten. Immer ist es die Gitarre, die ihn begleitet und jeden seiner
Auftritte zu etwas ganz Besonderem macht. Bernd Stelters Charme, das Vermitteln von
Vertrautheit und die abendliche Erkenntnis, dass viele Dinge, die uns tagtäglich
begleiten, einfach saukomisch sind, machen ihn zu einem Ausnahmekünstler.
Mit dem Programm „Wer Lieder singt, braucht keinen Therapeuten“ ist es ihm gelungen,
seine Sicht aufs Leben auf vielen wunderbaren Liedern zu resümieren. Übrigens auch als
Album erhältlich.
Begleitet wird Bernd Stelter von zwei Musikern, seinem einzigartigen Kabuff-Orchester.

Einlass: 19 Uhr
Theater ab 12,00 €
Freigesprochen - Ein einzigartiges Musiktheater-Projekt für Vielhörige und Mehrsichtige
20.11.2018 in Berlin

Torben ist ein leidenschaftlicher Hacker. Für seinen letzten Clou hat er eine Bewährungsstrafe bekommen. Doch er kann mit dem gefährlichen Spiel nicht aufhören, mit dem er die Welt auf die Unsicherheit der Computersysteme hinweisen will.
Als er sich erneut strafbar macht, rettet ihn sein bester Freund Martin vor dem Knast, indem er die Schuld auf sich nimmt und die Sozialstunden in einem Gehörlosen-Projekt ableistet.
Dort lernt er die engagierte Lara kennen, die gerade eine Theatergruppe mit Tauben und Gebärdenden aufbaut. Die beiden verlieben sich über alle Sprachbarrieren hinweg ineinander.
Als die männliche Hauptrolle des Stückes plötzlich ausfällt, bittet Lara Martin, einzuspringen. Sein Problem, er kann nicht gebärden. Lara aber vertraut ihm blind...
Das bildhungrige Ensemble aus Gehörlosen und Hörenden prallt in seinem Rockmusical in kuriosen Vielfältigkeit mit der vollen Kraft von Gesang und Gebärde aufeinander.
Die anfangs triviale Geschichte zweier junger Menschen, die wie Romeo und Julia Verliebtheit eint, doch Sprache trennt, verdichtet sich verstörend leichtfüßig in einer Auseinandersetzung um die Frage nach der wahren Mutter-Sprache.
Die Erkenntnis, dass diese weit mehr ist als Laut und Gebärde, vereint und versöhnt die beiden Gruppen am Ende des Abends beeindruckend.


Text und Regie: Ulrich Thon
Komposition: Simon Thies
Co-Regie für Gebärdensprache:
Laura M. Schwengber & Felix Wille Zante
Choreographie und Tanz: Sarah Ittah
Bühnenbild: Tassilo Lantermann
Ensemble: Dana Cermane, Marie Dolderer, Maria Schiele, Claudia Grobelsek, Viviane Grünberger, Susan Amsler-Parsia-Parsi, Greta Klein, Neely de Jong, Teresa Jacobowitz, Svenja Funke, Sarah Ittah, Thomas Miebach, André Bertholdt, Jan Michael Kress, Russell Hofmann, Charlotte Hain
Gebärdensprachen Übersetzerinnen: Lena Sparn, Isabel Wuschel
Maske: Josepha Schiele
Mit freundlicher Unterstützung des FOND SOZIOKULTUR und des ENSEMBLE e.V.

Einlass: 19:00 Uhr
Kabarett ab 23,50 €
Lisa Fitz - Flüsterwitz
20.11.2018 in Stuttgart

Den Flüsterwitz erzählt man hinter vorgehaltener Hand. Er könnte Menschen in Hörweite beleidigen, sensible Damenohren kränken oder so wahr sein, dass er Machthabern gefährlich wird. Eigentlich ist der Flüsterwitz ein politischer Witz. Wenn man mit einem autoritären System haderte oder Repressalien befürchtete, erzählte man sich Flüsterwitze. Sind wir in unserer demokratischen Diktatur der Parteien so weit? Wer nicht in die politische Stromlinienform passt, wird gern für verrückt erklärt oder mit subtilen Methoden mundtot gemacht.
Nun lebt ja der Spaßmacher von Respektlosigkeit, aber die Luft wird dünn, weil Spott eben das beste Mittel ist, an den Stühlen der Obrigkeit zu sägen. Dafür tobt der Infokrieg im Netz,politisch inkorrekt, unsauber, paranoid. Mainstream gegen Fake News, Trolls, aber auch echte Raritäten, die man im Fernsehen nie hört. „Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist“, hat der bayrische Komiker Karl Valentin gesagt. Das mulmige Gefühl wächst, dass man sich nicht mehr ganz frei äußern kann. „Des derfst ja net laut sagen“, hört man oft. Lautsagen ist aber wichtig – ma muaß reden mitanand, Gemunkel aus dem Dunkeln ins Licht heben, so geht Diskussionskultur. In Bayern, bei den Katholiken, bei den Moslems, bei der Auto-Lobby und deren Helfershelfern. In Facebook und Twitter jedoch verschwinden systemkritische Bemerkungen auf mysteriöse Weise, Accounts werden gesperrt oder gelöscht. Political Correctness wird zu Meinungsdiktatur, Gesinnungspolizei bevormundet die Bürger, die kontern mit Panikmache. Empörialismus entgeistert die Republik.

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst, heißt es so schön.

Hier muss Lisa Fitz ran - eine Frau, die sagt und singt, was sie denkt. Laut. Mit Verve. Mit Witz. Mit Haltung. Die sich nicht drum schert, ob sie auf linke oder rechte Füße tritt und die furchtlos wie eine Amazone den Bogen spannt und in alle Richtungen zielt.
Legendär sind Lisas Lieder, ihre rauchige Stimme und die bunte Gitarre “ La Florentina”.
Wie immer weiß LISA FITZ Kabarett und engagierte Lieder zu verbinden und damit das Publikum zum Nachdenken, zum Träumen und zum Lachen zu verführen.
Immer jung, immer attraktiv, mit legendärem Freigeist und nicht minder großer Streitbarkeit ausgestattet: Lisa Fitz ist eine der ganz Großen im deutschen Kabarett und sie pflegt eine unverwechselbare bayerische Sicht der Dinge.
Lisa schlüpft in Rollen, ist böse und lustig, unterhält uns prächtig, singt, spielt Gitarre und hat ein vor allem eins: Rückgrat. Stets bietet sie pointengeladene und musikali-sche Gegenwehr zu Resignation, naiver Gutgläubigkeit, Paranoia, Denkklischees und vielen Themen, die den durchschnittlich normalen Menschen derzeit beschweren. Nach dem Fitz-Genuss darf man sich dann wieder wohler fühlen! Auch wenn grade nichts besser wird.
Wie auch bei Gerhard Polt, Fredl Fesl und Josef Hader vereinen sich bei Lisa Fitz Blödsinn und Tiefsinn, Wortwitz und bayrische Direktheit, österreichischer Schmäh, schwarzer Humor und die Suche nach der Wahrheit zu einem furiosen Abend. Und oft muss man genau zuhören, um die Wahrheit im Witz vor lauter Lachen nicht zu verpassen. LISA FITZ ist und bleibt, wie ihre Kollegin Sissi Perlinger sagt, die „Speerspitze des Frauenkabaretts“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

http://www.lisafitz.de

Einlass 19.45 h
Kabarett ab 24,20 €
Sebastian Schnoy - Hauptsache Europa! Jetzt erst recht! - KölnPremiere
20.11.2018 in Köln

Sebastian Schnoy ist ein Historiker, wie ihn sich wohl jeder Schüler im Geschichtsunterricht wüschen würde: Der Schweinsgalopp durch die Epochen wird vergnüglich, interessant und vor allem kurzweilig. Unauffällig wird dem Zuschauer hier geschichtliches Grundwissen vermittelt, während Deutschlands unterhaltsamster Historiker zurückblickt auf die Sternstunden und allerlei Kuriositäten unserer Geschichte.

Bereits seit 1998 ist Schnoy mit seinen Programmen im deutschen Kabarett vertreten. Besonders mit seinen Auftritten als Moderator im Quatsch Comedy Club Berlin und Hamburg konnte er sich viele Fans sichern. Dabei ist er ein echtes Allroundtalent: Bücher, Kolumnen, Kabarett, Moderator… In seinem Buch „Von Napoleon lernen, wie man sich vorm Abwasch drückt“ mischt er Kindheitsanekdoten der Siebziger gekonnt mit einem amüsanten Streifzug durch die Weltgeschichte. Selbst Cäsar sagt, er hätte wohl nie etwas mit Kleopatra angefangen, wenn das Buch früher erschienen wäre. Auch Schnoys aktuelles Programm „Hauptsache Europa“ widmet sich der europäischen Idee, den Unterschieden der Nationen und natürlich zahlreichen Absurditäten.

Schnoy ist dabei nicht nur ein blödelnder Geschichtslehrer, sondern streut auch immer wieder ernst gemeinte Erkenntnisse ein. Er wird wohl nicht als Wissenschaftler in die Annalen eingehen, dafür ist aber jeder, der sich eine Anekdote seines Programms merkt, der absolute Held auf der nächsten Familienfeier.

Einlass ab 19:30 Uhr